Die Gemeinde Hohe Börde will mit Hilfe des Landesförderprogramms "Stark III" das Gebäude der Niederndodeleber Kindertagesstätte "Kinderparadies" sanieren. Der Gemeinderat hat grünes Licht für einen Förderantrag gegeben. Die Kostenschätzung beträgt 320000 Euro.

Niederndodeleben/HoheBörde l Das Gebäude der Kindertagesstätte "Kinderparadies" in der August-Bebel-Straße im historischen Schnarsleber Dorfkern hat eine lange Tradition als Kindereinrichtung. Schon zu DDR-Zeiten war dort eine Krippe untergebracht. Nach der Wende hatte das Gebäude längere Zeit leer gestanden. 2004 war dank privaten Engagements endlich wieder Kinderlachen in das alte Gemäuer eingezogen.

Die damals noch selbständige Gemeinde Niederndodeleben hatte gegen anfängliche Widerstände in Teilen des Gemeinderates die gemeinnützige GmbH "Kinderparadies" mit Heidrun Schwaneberg an der Spitze als Träger gewonnen und das Gebäude an die Kita vermietet. Die Gemeinde Hohe Börde als Rechtsnachfolger der Gemeinde Niederndodeleben ist bis heute Eigentümer des Hauses.

Qualitätsmanagement für die frühkindliche Betreuung

Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre ist die Kapazität der Betreuungsplätze stetig gewachsen. Waren es in den Anfangstagen 2004 noch vier Knirpse gewesen, können heute 41 Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr das "Kinderparadies" besuchen.

Zum zehnjährigen Bestehen des "Kinderparadieses" Ende Juli hat der Paritätische Wohlfahrtsverband die Einrichtung in die "Qualitätsgemeinschaft Frühkindliche Bildung" des Paritätischen Sachsen-Anhalt aufgenommen. Die Einrichtung ist anerkannt und nachgefragt.

Nun soll auch die bauliche Hülle dem modernen Er- ziehungskonzept zwischen den Wänden entsprechen. Schwerpunkt des angestrebten Vorhabens ist die energe- tische Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Das Dach soll erneuert und energiesparend isoliert werden. Die Außenfassade soll eine Wärmedämmung erhalten. Außerdem sollen die Sanitäranlagen und der Heizkessel modernisiert werden.

Das Vorhaben passt perfekt zu den erwarteten Förderkriterien des vom Land fortgesetzten Förderprogramms "Stark III". Dazu gehören laut Angaben der Gemeindeverwaltung im Kern die energetische Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten. Ein weiteres Förderkriterium ist ein auf mindestens 15 Jahre gesicherter Bestand der Kinderbetreuungseinrichtung.

Steigende Kinderzahlen sichern Bestand auf Jahre

Angesichts des Kinderbooms in Niederndodeleben dürfte diese Bedingung übererfüllt werden. Des Weiteren hat bei einer Stark-III-Förderung die energetische Sanierung von bereits vorhandenen Gebäuden - nicht von Neubauten - Vorrang. Und: Der Anteil der energetischen Sanierung an den Gesamtbaukosten muss mindestens 30 Prozent betragen. All diese Voraussetzungen treffen für das "Kinderparadies" zu.

Der voraussichtliche Förderzeitraum von "Stark III" reicht von 2014 bis 2020. Das hängt mit der nächsten Förderperiode der Europäischen Union in diesen sieben Jahren zusammen. Die Fortführung des Stark-III-Landesprogramms in Sachsen-Anhalt fußt auf Zuschüssen von EU-Förderprogrammen wie EFRE und ELER.