In Angern und Eichenbarleben werden in diesem Jahr keine Abc-Schützen eingeschult. Die Grundschule Hillersleben hat als Schule zwar keinen Bestand mehr, kann aber noch ein Jahr weiter unterrichten, auch mit der 1. Klasse. So hieß es im Kultur- und Sozial- ausschuss des Kreistages.

LandkreisBörde l Auf Grund der zu geringen Schülerzahlen hätte die Grundschule Angern schon zu diesem Schuljahr schließen müssen, sagte Monique Michl vom Fachdienst Schulen und Kultur in der Sitzung des Kultur- und Sozial- ausschusses des Kreistages. Sie informierte die Mitglieder des Fachausschusses über den aktuellen Stand der Schulentwicklungsplanung, speziell über die noch problembehafteten Schulen, also Schulen, die nicht den Vorgaben ent- sprechen, weil die Schülerzahlen zu gering sind.

Der Verbandsgemeinderat Elbe-Heide hat diesen Beschluss zur Schulschließung jedoch nicht gefasst, sondern plädiert für das weitere Bestehen der Schule. Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (CDU) musste in seiner Funktion dagegen Widerspruch einlegen, da die Entscheidung nicht gesetzeskonform gefasst wurde. Der Widerspruch ging an das Landesverwaltungsamt. Dort wird der Sachverhalt noch geprüft, so erfuhr Monique Michl auch gestern auf Nachfrage.

Die Angeraner Grundschule darf jedoch keine 1. Klasse mehr bilden, die Schüler werden in der Grundschule Burgstall eingeschult. Die 2. bis 4. Klassen werden im jetzt beginnenden Schuljahr weiter unterrichtet, eine auslaufende Beschulung hat das Landesverwaltungsamt jedoch abgelehnt.

Er habe Widerspruch eingelegt, ergänzte Thomas Schmette, Mitglied des Ausschusses und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Daraufhin hätte das Landesverwaltungsamt als Kommunalaufsichtsbehörde entscheiden müssen, hätte die Schließung der Schule anordnen müssen. Das sei bisher nicht geschehen. Theoretisch hätte die Schule eine 1. Klasse bilden können, mit 13 Schülern würde die Anzahl ausreichen.

Das Landesschulamt habe aber die Schulleiterin von Burgstall angewiesen, die Schüler aus dem Angeraner Einzugsbereich einzuschulen, sagte Monique Michl auf Nachfrage. Entscheidungen liegen im Landesverwaltungsamt. Der Landkreis sei als Träger der Schulentwicklungsplanung jedoch verpflichtet, die Planung fortzuschreiben. Und er müsse für die Schülerbeförderung sorgen.

"Hier geht es doch um Rechtssicherheit für die Eltern."

Das Landesverwaltungsamt führe zwar keinen Schließungsbeschluss herbei. Das sei Aufgabe der Kommune. Das Landesverwaltungsamt könne aber über die Schulen verfügen, über die Bildung der 1. Klasse und die Zuführung von Lehrern, hieß es in der Ausschusssitzung.

Für die Grundschule Hillersleben hatte der Verbandsgemeinderat Elbe-Heide der Schließung zugestimmt. Die eigenständige Grundschule gibt es seit Ende Juli nicht mehr, dafür besteht jetzt für ein Jahr eine Außenstelle der Grundschule "Erich Kästner" in Haldensleben. An der Kästner-Schule wird gegenwärtig noch gebaut, so dass die Schule die zusätzlichen Schüler jetzt noch nicht aufnehmen kann. Deshalb hat das Landesverwaltungsamt für ein Jahr einer Außenstelle zugestimmt, auch eine 1. Klasse kann in dem jetzt beginnenden Schuljahr in Hillersleben noch gebildet werden. Zum Schuljahresende werden alle Schüler nach Haldensleben wechseln.

In der Verbandsgemeinde Flechtingen ging es um den Bestand der Grundschule Beendorf. Der Verbandsgemeinderat hat inzwischen entschieden, die jetzigen Schulbezirke in der Verbandsgemeinde bis 2017/18 so zu belassen. Die Schülerzahlen sind dafür ausreichend.

In der Hohen Börde bereitet die Grundschule Eichenbarleben Sorgen. Die Schülerzahlen reichen zum Schuljahr 2014/15 nicht mehr aus. Hier hätte eigentlich wie bei der Grundschule Hillersleben verfahren werden müssen. Der Gemeinderat der Einheits- gemeinde hat jedoch die gesetzeskonforme Schulschließung nicht beschlossen. Das Landesverwaltungsamt hat daher angeordnet, dass Erstklässler nicht mehr eingeschult werden dürfen. Die Schule wurde der Grundschule Irxleben zugeordnet. Die Abc-Schützen werden also schon in Irxleben begrüßt.

Der Verbandsgemeinderat hatte in seiner Sitzung im Juli beschlossen, dass die Grundschule Eichenbarleben zum Schuljahr 2015/16 der Grundschule Irxleben als Außenstelle zugeordnet wird. Zum Ende des Schuljahres im Juli 2016 soll die Grundschule Eichenbarleben nach dem Willen des Gemeinderats dann geschlossen werden. Das wäre aber eigentlich nicht tragbar. Bei Grundschulen gibt es keine auslaufende Beschulung.

"Hier geht es doch um Rechtssicherheit für die Eltern", sagte Gisela Gerling-Koehler (FDP). Das Landesverwaltungsamt lasse sich da zuviel Zeit. Da müsse auch die Kreisverwaltung ganz entschieden nachfragen, schließlich beginnt in der nächsten Woche wieder die Schule.

Monique Michl hat gestern nach dem Auftrag aus dem Fachausschuss im Landesverwaltungsamt nachgefragt. Die Bearbeitung der Sachverhalte dauert noch an.