Eine weitere Etappe auf dem Weg zur Hochzeitskirche hat in der Klein Santersleber Ambrosius- kirche begonnen. Mit Fördermittel des Leader-Programms lässt die Kirchengemeinde Teile der Fassade und den Innenraum sanieren.

Schackensleben/HoheBörde l Nach der Rettung der zwischen- zeitlich sogar gesperrten Querkirche im Schackensleber Ortsteil Klein Santersleben 2012 ist der Kirchengemeinde nun mit einem erfolgreichen Förderantrag ein weiterer Wurf gelungen.

Geistliche Nutzung und staatliches Standesamt

Ging es im ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren noch um grundlegende Sicherungsarbeiten von Schäden aus der Vergangenheit (Dach, Dachstuhl und Querschiff), werden nun die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Zukunft von St. Ambrosius heißt Hochzeitskirche. Damit verbunden ist neben der geistlichen Nutzung eine Öffnung des Gotteshauses für Hochzeitsfeiern. Ein staatliches Standesamt wird in einem teilentwidmeten Bereich der Kirche eingerichtet. Durch einen Anbau mit Küchen- und Sanitärtrakt sollen auch Voraussetzungen für an- schließende Feierlichkeiten in St. Ambrosius geschaffen werden. Entsprechende Nutzungsverträge zwischen der politischen Gemeinde Hohe Börde und der Kirchengemeinde sind auf den Weg gebracht.

Im nun begonnenen zweiten Bauabschnitt geht es zunächst um eine weitere bauliche Sanierung. "Wir werden an der Seite zum Friedhof die Fassade neu putzen, der Kirchturm bleibt so, wie er ist. An der gegenüberliegenden Kirchenseite - in Verlängerung des nördlichen Querschiffs - wird ein Durchbruch für den später geplanten Anbau mit Küchen- und Sanitärtrakt geschaffen und eine Tür eingebaut", berichtete Rita Conrad, die Vorsitzende des Kirchspiels Schackensleben-Groß Santersleben. Im Inneren wird der Fußboden erneuert und eine Bodenheizung eingebaut. Zu dem bekommen die Innenwände einen neuen Anstrich. Ausgenommen von Pinsel und Farbe sind die hölzernen Elemente sowie die Säulen der prächtigen barocken Innenausstattung. Diese historischen Gestaltungsdetails sollen zu einem späteren Zeitpunkt in enger Absprache mit dem Denkmalschutz saniert werden.

Die Kosten für den jetzt begonnen zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf insgesamt 172000 Euro. Neben Eigenmitteln der Kirchengemeinde fördert die Landeskirche das Vorhaben mit 60000 Euro. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Projekt finanzielle. Zudem fließen aus dem EU-Förderprogramm "Leader" 33300 Euro, dessen Schwerpunkt die Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung ist.

Gemeinde zieht mit Anbau für neue Nutzung nach

Zu den Leader-Förderkriterien zählen unter anderem der Erhalt ortsbildprägender Baussubstanz, die Revitalisierung der Ortszentren und die Entwicklung des dörflichen Gemeinschaftslebens. Auch in der Vergangenheit hat "Leader" neue soziale und kulturelle Nutzungskonzepte für Kirchen unterstützt. Zuletzt konnte mit Leader-Hilfe auch das Projekt Orgel-Lern-Kirche Nordgermersleber unterstützt werden. Förderanträge laufen auch für das Projekt Europakirche St. Eustachius in Irxleben.

Für einen weiteren Bauabschnitt an St. Ambrosius will die politische Gemeinde Hohe Börde einen Förderantrag stellen. Kern dieses Antrags soll die Verwirklichung von Baumaßnahmen werden, die das Nutzungskonzept "Hochzeitskirche" ermöglichen.