Überall in Deutschland bietet der Naturschutzbund (Nabu) am letzten Augustwochenende eine Fledermausnacht an. Gastgeber in Zielitz war dafür der Bibliotheks- und Kulturverein.

Zielitz l In Deutschland gibt es 23 verschiedene Fledermausarten. Das und vieles andere erfuhren die Besucher der Zielitzer Fledermausnacht von den Experten René und Ellen Driechciarz. Beide sind als ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte und Fledermausberinger im Landkreis Börde tätig. Nabu-Mitglied Ralf-Jürgen Oppermann engagiert sich für kindgerechte Fledermausprojekte.

Wo die "fliegenden Kobolde der Nacht" leben, wovon sie sich ernähren und wie sie geschützt werden können, waren nur einige Themen des interessanten und lehrreichen Abends. Außergewöhnlich viele Kinder hatten den Weg zur Fledermausnacht gefunden. Da war Ralf-Jürgen Oppermann natürlich in seinem Element. In seinen kindgerecht aufgebauten Vortrag bezog er die jungen Zuhörer immer wieder mit ein. Als diese dann beim "Fledermaus-Motte-Spiel" auf dem Freigelände hinter der Bibliothek das Ortungssystem der Fledermäuse imitierten, begann es bereits zu Dämmern. Da ließen die fliegenden Säugetiere nicht lange auf sich warten. Schließlich war der Tisch mit umherschwirrenden Mücken reichlich gedeckt. Ralf-Jürgen Oppermann machte mit einem Fledermausdetektor die Ultraschallsignale der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar.

Das Netz bleibt leider leer

Unterdessen beantworteteten René und Ellen Driechciarz die vielen Fragen der erwachsenen Besucher der Fledermausnacht. Die beiden ehrenamtlich tätigen Fledermausforscher erläuterten dabei auch ihre notwendige Ausrüstung. "Dazu gehören unter anderem die Fledermauskästen, ein ganz weiches Netz, eine starke Taschenlampe und ein Endoskop, um beispielsweise hinter unzugängliche Stellen zu blicken", zählte René Driechciarz auf.

Das große Netz hatten die beiden Fledermausexperten zwar aufgebaut, doch an diesem Abend verirrte sich keine Fledermaus darin. Die Be- sucher der Veranstaltung bekamen trotzdem hautnah eines der scheuen Tiere zu sehen. "Wir wollen heute eine Fledermaus beringen", kündigte Ellen Driechciarz an.

Dazu wog sie zunächst die mitgebrachte Rauhautfledermaus. Das Tier brachte es auf 7,9 Gramm. Dann untersuchte René Driechciarz das Tier. "Es handelt sich um ein Alttier. Das erkennt man am Spalt zwischen den Gelenken", erklärte er, wobei er den extrem leichten Ring anlegte.

Gespannt warteten die Fledermausnacht-Besucher dann auf den Start des pfeilschnellen Säugers. Der wartete dann auch nicht lange und verschwand lautlos in der Zielitzer Sommernacht.

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