Eine überaus erfolgreiche Ausstellung mit internationaler Beteiligung liegt hinter den Haldensleber Briefmarkenfreunden. Mehr als 200 Sammler aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und Liechtenstein präsentierten ihre schönsten Exponate.

Haldensleben l Wie im Taubenschlag ging es am Wochenende in der Ohrelandhalle zu. Aus ganz Deutschland und aus verschiedenen Ländern kamen Briefmarkenfreunde und Münzsammler in die Rolandstadt, um sich die bereits im Vorfeld schon vielbeachtete multilaterale Briefmarkenausstellung anzusehen, zu fachsimpeln und die eigene Sammlung zu erweitern. Selbst ganze Busgruppen reisten beispielsweise aus Bayern an. Aber auch Hortgruppen

Kein Wunder, denn in Haldensleben stellte die Crème de la Crème aus - eine sogenannte Rang-1-Ausstellung, die es nur alle drei Jahre gibt. Eine Mammutaufgabe für den kleinen Haldensleber Briefmarkenverein. Doch die rührigen Mitglieder hatten bereits vor zwei Jahren bewiesen, dass sie solche Top-Ausstellungen schultern können. Damals mit einer Rang-2-Ausstellung. Und auch dieses Mal gab es Lob von höchster Stelle.

"Eine sehr sorgfältige Arbeit. Es ist toll, diese Vielfalt der internationalen Aussteller in fast 1000 Rahmen mit hochkarätigen Exponaten zu erleben. Diese Ausstellung ist ein multilateraler Treffpunkt der Spitzenphilatelie", bescheinigte Thomas Höpfner, Vorsitzender der 15-köpfigen Fachjury, den Haldenslebern. Die Ausstellung sei sehr professionell organisiert gewesen. Auch das Rahmenprogramm mit Festveranstaltungen und Ausflügen sei dem Charakter der Spitzenausstellung würdig gewesen.

Lob gab es auch vom Geschäftsführer des Bundes Deutscher Philatelisten, Günther Korn. Er zeigte sich besonders beeindruckt vom Zusammenhalt der Briefmarkenfreunde der Region. Denn den Haldenslebern kamen bei der logistischen Herausforderung, die Ausstellung auf- und abzubauen, auch die Stendaler und Magdeburger Philatelisten zu Hilfe. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Haldensleber auch von zehn Schülern der 12. Klasse des Professor-Friedrich-Förster-Gymnasiums, die sich mit dem Arbeitseinsatz sowie Kaffee- und Kuchenverkauf etwas für die Abiball-Kasse verdienten. Fleißig mit dabei waren auch die Mitglieder des Haldensleber Partnerschaftsvereins und das Team der Ohrelandhalle, bedankte sich Haldenslebens Vereinschef Maik Schröder. Unterstützt wurden die Briefmarkenfreunde zudem von der Stadt und dem Landkreis.

Schallplatten-Marke mit Soul-Nationalhymne

Wie hochkarätig die Ausstellung war, zeigte das Jury-Ergebnis. 17 Mal gab es Großgold sowie 61 Mal Gold für Exponate. Mit diesem Ergebnis kann der jeweilige Sammler an der Weltausstellung teilnehmen.

Nicht nur die Veranstalter waren zufrieden mit der Schau. Auch die Aussteller. So etwa Karin Grange und Willy Cotting von der Schweizer Postverwaltung. Extra zur Haldensleber Ausstellung hatte die Post eine Karte samt Umschlag mit Sonderstempel herausgebracht. Die fand auch guten Absatz bei den Sammlern. Neben dem Sonderstempel hatten die Schweizer aber noch eine weitere ganz besondere Marke mit nach Haldensleben gebracht: eine Schallplatten-Briefmarke. "Das ist eine Soulversion der Schweizer Nationalhymne drauf. Die kann man auf jedem Plattenspieler abspielen", erklärte Willy Cotting. In der Mitte steckt dabei die eigentliche Marke, die man herausbrechen kann. Fünf Franken ist die wert - soviel wie man für einen Brief in der Schweiz eben braucht.

Eine außergewöhnliche Briefmarke hatte auch die österreichische Postverwaltung mit nach Haldensleben gebracht: eine Porzellanmarke. Die war der Renner bei den Sammlern, resümierten die Österreicher.

Bei den Luxemburger Postlern gingen vor allem Münzen gut weg. Aber auch der Sonderbrief, den sie extra für die Haldensleber Schau herausgebracht hatten, fand bei den Besuchern großes Interesse.

Die Haldensleber Philatelisten können jetzt ersteinmal verschnaufen. Sicher wird es noch die eine oder andere Schau geben, aber so eine Superschau findet nur alle drei Jahre in den jeweiligen Mitgliedsländern der Multilateralen statt. Und am Wochenende wurden mit Slowenien und Luxemburg zwei weitere Mitglieder in den Verband aufgenommen. Als nächstes sind die Niederländer an der Reihe. "Und die Haldensleber haben die Messlatte ziemlich hoch gehängt", sagte Bundesgeschäftsführer Korn mit einem Lächeln.

Einen Termin haben die Haldensleber aber schon ganz fest im Blick: 2020 feiern die 40 Mitglieder den 100. Geburtstag ihres Vereins. "Und da wird es ganz sicher eine Ausstellung geben", sagte Maik Schröder.

   

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