Die Bewohner des kleinen Walddorfes Born pflegen eine schöne Tradition. Einmal im Jahr kommen aktuelle und ehemalige Einwohner zu einem Treffen zusammen, bei dem in Erinnerungen gekramt wird und Gedanken ausgetauscht werden.

Born l Traditionell mit der "Bimmel" wurde am Mittwoch auch das 14. Borner Treffen durch die beiden Hauptorganisatoren Christa und Peter Jannaschk eröffnet.

"Mit der Bimmel sind in Born früher immer alle Ereignisse oder Bekanntmachungen angekündigt worden", erinnerte sich Herta Krause, die das Borner Treffen einst mit ins Leben gerufen hat. Herta Krause bewahrt die berühmte Borner "Bimmel" schon seit Jahren wie ein Heiligtum auf.

Fast 50 Borner waren zum diesjährigen Treffen in die Hüttener Gaststätte "Waldfrieden" gekommen. Sie konnten auch Westheide-Bürgermeister Hartmut Jahn (CDU) begrüßen. "Ich freue mich, dass trotz des oft zitierten Demografiewandels die Einwohnerzahl von Born in den vergangenen Jahren fast konstant geblieben ist. Derzeit leben 233 Einwohner in diesem schönen Dorf", so der Bürgermeister, der ankündigte, dass auch in Born als einem Ortsteil der Gemeinde Westheide noch einiges in Angriff genommen werden soll. "Doch wir sind seit diesem Jahr erstmals in der doppischen Haushaltsführung und wollen deshalb vorsichtig mit unseren Finanzen umgehen", betonte Hartmut Jahn.

Trotzdem hat sich in diesem Jahr auch in Born etwas getan. Dazu gehören die Stele auf dem Friedhof oder die begonnene Sanierung der Fußwege, bei der man nach Aussage des Bürgermeisters möglichst ohne Baumfällungen auskommen will. Jahn bedankte sich bei den Bürgern, die viel in Eigenleistung zur Verschönerung ihres Dorfes beigetragen haben.

Zu Beginn des Treffens bat Christa Jannaschk um eine Gedenkminute für die seit dem letzten Treffen verstorbenen Einwohner. Danach richtete sie einen besonderen Gruß an Rudi Kuke. Der gehörte viele Jahre zu den Organisatoren des Treffens und erstellte dazu immer das "Borner Heimatblatt". Mit viel Applaus wünschten alle Borner Rudi Kuke Genesung von seiner schweren Krankheit. Zu den herzlich begrüßten Gästen gehörte auch Christoph Glase. Der Vorsitzende des Borner Bürgervereines brachte als Überraschung einige Exemplare der von ihm verfassten Schrift "Zur Geschichte der Gemeinde Born" mit.

"Der Inhalt entspricht im Wesentlichen dem Vortrag, den ich im vergangenen Jahr beim Erntedankfest gehalten habe", so Christoph Glase, der mehr als neun Monate lang in Archiven recherchiert hatte, Bilder aus der Borner Geschichte sammelte und Zeitzeugen befragte.

In einem kleinen Vortrag ließ er noch einmal die Borner Geschichte Revue passieren. "Leider hat sich bei meinen Recherchen herausgestellt, dass Born viel jünger ist." Das 1987 gefeierte 800-jährige Jubiläum war deutlich verfrüht. "Die erste urkundliche Erwähnung gab es erst 1698", hat Glase herausgefunden. Die entsprechende Urkunde findet sich auch in seinem Buch.

Bis zum Abend blieb dann, umsorgt von den Hüttener Gastronomen, noch viel Zeit, um in Erinnerungen zu kramen und längst vergangene Zeiten aufleben zu lassen..

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