Ein Songworkshop hat den Anfang gemacht, jetzt wurde das Video gedreht. Jugendliche der Hohen Börde haben sich bestens in Szene gesetzt. Nun sind sie gespannt auf das Ergebnis des Musikprojektes des Jugendbüros der Hohen Börde.

Schackensleben l In der Schule von Schackensleben herrscht schon seit längerem Ruhe. Doch einige Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren haben das ungenutzte Gebäude jetzt für sich wiederentdeckt - nämlich, um hier ein Video zu drehen. "Wir haben hier auch fast alle Räume genutzt", bestätigte Streetworkerin Anja Sandt vom Jugendbüro der Gemeinde Hohe Börde, die mit der Koordination des dreitägigen Videoprojektes betraut war.

Doch bevor die Kinder und Jugendlichen ihr schauspielerisches Talent zeigten, bewiesen sie zunächst einmal auch ihre kreative Ader. Ein ehemaliges Klassenzimmer wurde mit schwarzer und roter Farbe umgestaltet. Dass nach dem künstlerischen Einsatz die Wände mit vielen Formeln in Schwarz sowie großen Achten und Unendlichzeichen in roter Farbe übersät waren, hatte seinen Hintergrund in dem Song, zu dem das Video gedreht werden sollte.

In dem Lied geht es, wie Anja Sandt beschrieb, um Schule, Liebeskummer und um Computerspiele. Also Themen, die die Jugendlichen bewegen. Der Song ist bereits in einem anderen Workshop mit dem Hannoveraner Pop-Duo "Schneewittchen" entstanden. Hinter "Schneewittchen" stehen Marianne Iser und Thomas Duda, die jetzt auch wieder die Videokamera bedienten. Ebenso wie beim Song selbst konnten die Kinder und Jugendlichen auch beim Videodreh ihre eigenen Ideen mit einbringen. Dass das Drehen des Videos an drei Tagen dieser Woche viele Stunden in Anspruch nahm, war ihnen fast egal. Sie waren hochmotiviert.

Videopräsentation voraussichtlich im Oktober

Und Anja Sandt und ihre Kollegin Petra Berndt vom Jugendbüro der Hohen Börde haben noch eine Feststellung gemacht: Die Kinder und Jugendlichen haben eine "Super-Gruppendynamik" entwickelt und sind im Laufe des Projektes lockerer geworden, selbst diejenigen, die am Anfang sehr zurückhaltend waren.

Und so war auch der letzte Dreh auf dem Reiterhof der Familie Beschnidt in Schackensleben kein Problem. Stark geschminkt und mit weißen Blusen und Strümpfen sowie schwarzen Röcken bekleidet ließen sich die Mädchen mit einem Pferd in Szene setzen. "In einer Zeile des Songs ist von einem Ponyhof die Rede, da passt das", sagte Anja Sandt und lobte die Offenheit der Familie Beschnidt gegenüber den Jugendlichen. Der Reiterhof hatte sich als Drehort aber auch wegen der räumlichen Nähe angeboten, da das vorübergehende "Zuhause", wie die Kinder und Jugendlichen es bezeichneten, in der Prokon-Halle eingerichtet wurde.

Hier trafen die Kinder und Jugendlichen, die aus verschiedenen Orten der Hohen Börde kamen, die Betreuer und Marianne Iser und Thomas Duda als Kamerateam alle Vorbereitungen. Auch das zeitaufwendige Schminken und das Haarstyling sowie die Absprachen, wie die Drehorte hergerichtet werden sollten, gehörten dazu. Die beiden Jungen, die bei dem Projekt mit Begeisterung dabei waren, streiften hier oft schon ihre dicken Westen über die schwarze Kleidung und zogen sich die Sturmhauben über den Kopf. Sie stellten die Szene dar, in denen es um die Computerspiele ging.

Das mehrstündige Filmmaterial, das in der alten Schackensleber Schule, auf dem Reiterhof Beschnidt und in einem Gang in Hermsdorf entstanden ist, soll nun nicht nur gesichtet, sondern auch passend geschnitten werden. "Der Song, den die Jugendlichen eingesungen haben, ist ja nur etwas über vier Minuten lang", sah Anja Sandt noch eine Menge Arbeit auf Marianne Iser und Thomas Duda zukommen.

Den Abschluss soll das Projekt dann voraussichtlich im Oktober mit der Präsentation des Videos finden. Dazu sollen nicht nur die Mitwirkenden, sondern auch die Eltern und andere Gäste eingeladen werden. Anja Sandt ist gespannt auf diesen Termin, sagte aber schon vorher: "Ich bin stolz auf die Mädchen und Jungen und ich freue mich auf das Video."