Wolmirstedt l Die Männer und Frauen, alle über 70, kennen sich seit 65 Jahren und haben sich in dieser Zeit nie aus den Augen verloren, "auch wenn wir uns über ein halbes Jahrhundert nicht gesehen haben." Henni Zabel, Jahrgang 1942, noch immer in Wolmirstedt zu Hause, kann auf Anhieb genau sagen, wie oft man sich in den vergangenen Jahren getroffen hat, schließlich ist sie der Motor der Klassentreffens. "Das erste Mal war es 2005, also nach 56 Jahren, dann sahen wir uns 2007 und bis dato das letzte Mal zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Wolmirstedt 2009."

Am vergangenen Sonnabend kamen acht, "dabei waren wir einmal 30 Mitschüler", weiß Burkhard Schatz. "Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass von einer Schulklasse, in diesem Fall des Jahrgangs 1949, nicht jeder dabei sein kann. Dennoch waren wir ein verschworener Haufen." Und die, die kamen, sahen zunächst einen Lichtbildervortrag. Burkhard Schatz, bekannter Wolmirstedter Fotograf, nahm seine Klassenkameraden mit auf eine Zeitreise. Er zeigte alte Fotos von Straßen und Gebäuden aus ihrer Schulzeit und stellte gleichzeitig die aktuellen Ansichten dieser Objekte dagegen. Es wurde ein langer und unterhaltsamer Abend. Dr. Ulrich Aldinger, sein Vater war einst Chefarzt des Wolmirstedter Krankenhauses, ist immer wieder gern in seiner Geburtsstadt, "aber am liebsten sind mir die Klassentreffen", erzählte der ehemalige Chirurg. Das kann auch Egbert Lipowski, langjähriger Dozent und Dramaturg an der Filmhochschule in Babelsberg bestätigen und lobte gleichzeitig die Fleißarbeit seines Klassenkameraden: " Mit seinen Fotos hat uns Burkhard eine große Freude gemacht. Er hat Kindheitserinnerungen geweckt und uns gleichzeitig gezeigt, dass die Ohrestadt sich in den vergangenen Jahren sehr zu ihrem Vorteil verändert hat." Der Dritte in dieser illusteren Runde, der sich zu Wort meldet, ist Dr. Friedrich Juhnke: "Ich hoffe, das war nicht das letzte Treffen. Es tut einfach gut, alte Klassenkameraden wieder zu treffen." Nach Adam Ries, so der Mathematiker, wäre der nächste Termin 2016.