Noch belegt der Landkreis Börde in der Statistik des Naturschutzbundes bei der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" nur einen der hinteren Plätze. Doch in der vergangenen Woche konnten in Rogätz zwei weitere Hausbesitzer ausgezeichnet werden.

Rogätz l Schwalben haben es nicht immer leicht, geeignete Brutplätze zu finden. Schmutzabweisende Fassadenfarben verhindern den Bau der Lehmnester durch die Mehlschwalben. Die Rauchschwalben, die gern in Ställen nisten, finden die modernen Stallanlagen meist verschlossen vor.

"Die Schwalben bauen am Eingang zur Waschküche und können durch Löcher im Tor in die Scheune gelangen."

Dabei leisten beide Arten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität der Menschen. Ernähren sie sich doch ausschließlich von fliegenden Insekten, dezimieren beispielsweise auch die Mücken. "Allerdings sorgen die Hinterlassenschaften der Schwalben oft für Diskussionen bei Hauseigentümern", weiß Herbert Bilang.

Umso mehr freut sich der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbundes über die steigende Zahl von Bewerbungen für die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus". Jetzt konnte er in Rogätz zwei Hauseigentümer mit der entsprechenden Urkunde und einer wetterfesten Plakette, die am Haus angebracht werden kann, auszeichnen.

"Schon die Großeltern hatten eine Landwirtschaft und da flogen die Schwalben immer ein und aus", erzählte Kurt Goldschmidt bei der Ehrung durch Herbert Bilang, "das ist auch jetzt noch so. Sie bauen am Eingang zur Waschküche und können durch Löcher im Tor auch in die Scheune gelangen." Bis zu 50 Rauchschwalbennester haben Kurt und Ingrid Goldschmidt gezählt. "Allerding sind die nicht alle bezogen. Dennoch sind in diesem Jahr über 50 Jungschwalben aufgezogen worden. Teilweise in zwei Bruten."

Auch am wunderschönen Gründerzeithaus von Detlef und Doris Beier fühlen sich die schnellen Vögel wohl. "Die Mehlschwalben haben unter dem Dachüberstand 21 Nester gebaut", freut sich der Gastronom.

"Die meisten Schwalben haben sich schon auf den Weg in ihr Winterquartier gemacht", so Herbert Bilang, "doch die Nester bleiben und werden meist im kommenden Jahr wieder genutzt."

Bilang freut sich über den steigenden Zuspruch zu der im Jahr 2012 gestarteten Aktion "Schwalbenfreundliches Haus". "Im vergangenen Jahr gab es in den Landkreisen Saalekreis, Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld die meisten Auszeichnungen. In den ersten beiden Jahren seit Beginn der Aktion konnte 221 Hauseigentümern die begehrte Plakette überreicht werden." Für das laufende Jahr gibt es noch keine abschließende Bilanz.