Der Kleingarten ist ein Ort des Gemüseanbaus, aber auch Oase der Erholung. Das zeigten Kleingärtner aus der Region Wolmir- stedt dem Landrat im Niederndodeleber Ortsteil Schnarsleben. Das Thema Leerstand in den Gartenanlagen konnte aber nicht ausgeblendet werden.

Niederndodeleben l Bei einem Rundgang durch die Kleingartenanlage in Schnarsleben offenbart sich ein Bild, das in vielen Sparten ähnlich ist. Zwischen den mit Liebe bewirtschafteten Gärten finden sich immer wieder brachliegende Flächen. Einige Zäune sind bereits verschwunden, um die Möglichkeit zu haben, die alten Strukturen aufzubrechen. "Der Garten mit dem Hexenhäuschen stand schon leer, als ich 1994 hierher kam", erinnert sich die Vorsitzende des Kleingartenvereins Schnarsleben, Elisabeth Oelze, als dieser Tage andere Kleingärtner und Landrat Hans Walker zu Gast waren. Dazu hatte der Kreisverband der Kleingärtner Wolmirstedt geladen.

Einem Garten zwei Türen weiter erging es da in der letzten Zeit ein wenig besser. Ein junger Mann hat sich dessen angenommen und den Wildwuchs soweit entfernt, dass er das Kleinod jetzt wieder nutzen kann. Ein Beispiel, das auch dem Landrat gefiel. "Ich habe Respekt davor, dass es Gärtner gibt, die ihre Gärten nach traditioneller Weise bewirtschaften", so Hans Walker. Vor dem Hintergrund, dass sich aber auch die Menschen verändert haben, müssten sich auch die Kleingartenverbände dem Zeitgeist öffnen, um die Mitglieder zu halten.

Das ist auch Armin Bartz als Geschäftsführer des Kreisverbandes der Kleingärtner Wolmirstedt bewusst. "Wir müssen temporäre Lösungen finden, um die Anlagen zu halten", unterstrich er und verwies auf eine Gartenentwicklungskonzeption für die Zukunft. Dabei spielen beispielsweise auch die Neugliederung von Parzellen oder die Verbesserung der Ausstattung in den Vereinen eine Rolle. "Wir müssen lernen, neue Wege zu gehen", erklärte er. Das Kleingartengesetz gebe aber auch einiges an Spielraum her. Die Gartenanlagen seien heute Stätten des Grüns, der Erholung, des bewussten Gemüseanbaus, aber manchmal müsse man es auch akzeptieren, dass jemand Brennnesseln in seinem Garten mag.

"Wir sind Kleingärtner, weil uns das Freude macht", war sich Jürgen Spicher, vom Verband der Kleingärtner der Region Börde-Ohre, der die einstigen Verbände aus Haldensleben und dem ehemaligen Bördekreis vereint. Er setzte auf die "geballte Kraft der Kleingärtner", die in den Regionalverbänden dargestellt und umgesetzt werden kann. Mit dieser geballten Kraft sollten die Verbände sich auch der Kleingartenentwicklungskonzeption stellen, denn die Initiative müsse von hier kommen, auch wenn die Kommunen es verabschieden. Doch "ohne Kommune geht es nicht", wie Armin Bartz unterstrich. Die Vereine seien Bestand der Gemeinde und müssten auch in vielen Bereichen mit den Kommunen zusammenarbeiten. Ganz egal, ob es um den Pachtzins oder um mögliche Förderprogramme für den Rückbau geht, der die Vereine sicher in Zukunft beschäftigen wird.

Bilder