Oldtimer-Liebhaber aus ganz Sachsen-Anhalt haben auf dem 7. Ifa-Treffen in Barleben insgesamt 50 historische Fahrzeuge präsentiert. Zu sehen waren unter anderem alte Schwalben, Wartburgs und Trabants.

Barleben l Aus ganz Sachsen-Anhalt und weit darüber hinaus sind Liebhaber alter Autos und Zweiradfahrzeuge am vergangenen Wochenende zum 7. IFA-Oldtimertreffen am Sportplatz in Barleben gekommen. Über 50 historische Gefährte konnten besichtigt werden. Für viele der Besucher war es eine Reise in die Vergangenheit, hatten doch viele als Jugendliche selbst so ein Moped mit den Vogelnamen Schwalbe, Habicht oder Star und später mit der Familie für einen Trabant oder Wartburg gespart.

Zu der Schau, bei der sich alles um Fahrzeuge aus DDR-Produktion und den RGW-Staaten drehte, gehörten auch die seinerzeit imposanten Wolga oder begehrten Lada. Auch mehr oder weniger gut erhaltene Motorräder aus der Zeit, Transporter und ein Militärfahrzeug konnten besichtigt werden. Zum Fachsimpeln und Bestaunen fanden sich immer wieder kleine Gruppen zusammen.

"Der Wartburg 1/3 war das letzte Modell, das gebaut wurde, hat damals 32000 Mark gekostet."

Bernd Kindlein aus Barleben

Organisiert hatten das Treffen erneut die Oldtimerfreunde Barleben. Tino Klimmek, Vorsitzender des Vereins, war mit der Resonanz zufrieden. "Trotz des nicht sehr freundlichen Wetters herrschte den ganzen Tag ein Kommen und Gehen. Besonders haben wir uns gefreut, dass viele Besucher mit Kind und Kegel gekommen sind." Die Vereinsmitglieder hatten die Veranstaltung als Zeitreise in die ostdeutsche Ifa-Fahrzeuggeschichte und Familienfest vorbereitet. Und so gab es Kinderbelustigung, ein großes Kuchenbuffet und Leckeres vom Grill. Zudem luden mehrere Ersatzteil-Händler zum Stöbern ein. Mitglieder des Heimatvereins boten Barleben-Souvenirs an.

Zu den Stammgästen auf dem Platz zählt der 94-jährige Barleber Rudi Ibe, der sich das ganze Jahr darauf freut, mal wieder hinter dem Steuer seines Wartburgs, Baujahr 1985, zu sitzen. "Opa fährt natürlich nicht mehr allein und weite Strecken überhaupt nicht", erzählt sein Enkel Thomas Wille, der als Beifahrer fungiert und seine Tochter Laura (8) mitgebracht hatte. Die Familie vervollständigte sein Schwiegervater Bernd Kindlein, der ebenfalls einen alten Wartburg 1/3 besitzt. "Das war das letzte Modell, das gebaut wurde, hat damals 32000 Mark gekostet", erzählte er.

Ebenfalls aus Barleben stammen die Zwillinge Rolf und Ernst Stephan, die beide mit auffälligen Westen und ihren alten Jawas angebraust kamen. Die 71-Jährigen sind eingefleischte Motorradfans, besitzen je fünf solcher "heißen Öfen" aus tschechischer Produktion, das älteste stammt aus dem Jahr 1932. "Die sind sportlich, robust und zuverlässig", schwärmten die Brüder. Erst vor einer Woche waren sie damit an die Ostsee gefahren, im Vorjahr nahmen sie an einem Motorradtreffen in England teil. Bis zu 10000 Kilometer werden im Jahr unter die Räder genommen. Übrigens sind beide seit fast 50 Jahren verheiratet. Ihre Ehefrauen Eva und Angelika, so betonten sie, würden ihr Hobby zwar unterstützen, aber heute lieber Autos fahren.

Auch Dieter Lange aus Klein Gübs fehlt in Barleben bei keinem Treffen. Er ist stolzer Besitzer eines "Krause Piccolo Trumpf 7" von 1969. Diese dreirädrige, einsitzige Maschine wurde ab Ende der 40er Jahre als Versehrtenfahrzeug in der DDR gebaut. Der 68-Jährige, der in der Kindheit an Kinderlähmung erkrankt war, hatte allerdings nur ein großes Bild von dem seltenen Fahrzeug dabei. Weil das Wetter so schlecht war, kam er mit einem "Duo 4/2", gebaut bis 1990 in den Robur-Werken Zittau. Aber auch damit sorgte er für reichlich Aufsehen. Ein Hingucker war auch das Fantasiefahrzeug von Harald Bauch, das er aus Trabantteilen zusammengebaut hat. "Das hat keine Zulassung, ist wirklich nur ein Spaßmobil zum Bestaunen bei solchen Events wie heute", sagte der Dodendorfer, der Mitglied im Barleber Oldtimer-Verein ist.

Bevor sich die Blechlawine auf den Heimweg machte, wurden noch drei Pokale vergeben. Ausgezeichnet wurde Mario Falkenberg aus Wittenberg für die längste Anreise sowie Winfried Mühlbauer für das schönste Auto, einen Barkas Framo-Pritsche und Markus Oelse für das schönste Motorrad, eine Jawa 250-Sport.

Die Oldtimerfreunde sind mit acht Mitgliedern Ende Februar 2009 als eingeschriebener Verein an den Start gegangen. Heute sind es elf, die über 20 alte Autos und Kräder besitzen. Tino Klimmek erklärt: "Neue Mitglieder sind sehr willkommen."

 

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