Die Ortschaftsratsmitglieder in Ebendorf haben sich dafür entschieden, dass der geplante Jugendclub als Pavillon auf dem Spielplatzgelände gebaut werden soll. Unklar bleibt jedoch die Finanzierung.

Ebendorf l Die Mitglieder des Ortschaftsrates in Ebendorf haben sich am Dienstag noch vor der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause auf dem Bolzplatz getroffen, um über den Standort des Jugendclubs zu beraten. Dass es ein neugebauter Pavillon werden soll, sei nach der Untersuchung verschiedener Räume durch den Verwaltungsbereich Bürgerservice die sinnvollste Variante. Dadurch könne auch ein Außenbereich eingeplant werden, außerdem seien pädagogische Konzepte umsetzbar, erklärte der Verantwortliche, Frank Nase.

"Zwei Standorte wiederum stehen für den Neubau zur Verfügung", teilte Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU) mit. "Zum einen das Festplatzgelände des Ortes und das Gelände, das für den Bau eines Spielplatzes vorgesehen ist." Beide Standortmöglichkeiten liegen am Ebendorfer Ortsrand, Schnarsleber Weg. Durch die Ortschaftsratsmitglieder favorisiert wird das rund 2500 Quadratmeter große Spielplatzgelände, das von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt wird. "Für den Bau der geplanten Kita werden hier Wärmeleitungen verlegt, die für den Pavillon gleich mitgenutzt werden können. Außerdem könnten die Spielplatzbesucher auch gleichzeitig die Toiletten im Pavillon nutzen", sagte Behrens. Das Gelände sei darüber hinaus etwas abgelegen von den Wohngebieten. "Dann können die Jugendlichen auch mal laute Musik hören", merkte Ratsmitglied Wido Wischeropp (CDU) an.

Einen weiteren Vorteil sieht Christian Mandel (FDP) in der Bewachung: "Wir können davon ausgehen, dass der Spielplatz eingezäunt sein wird, so dass dieser Zaun auch mit für den Schutz der Jugendlichen sorgt." Dennoch habe der Neubau der Kita Ebendorf Vorrang, bevor Gelder in den Bau des Pavillons fließen können. Zu diesem Schluss kam auch Frank Nase in der anschließenden Ortschaftsratssitzung nach dem Vor-Ort-Termin. Er klärte die Ratsmitglieder über den momentanen Sachstand auf: "Der Jugendclub ist eines von vielen wünschenswerten Projekten. Für solche freiwilligen Aufgaben stehen momentan aber keine finanziellen Mittel zur Verfügung."

Von acht untersuchten Optionen, wo ein Jugendclub in Ebendorf einquartiert werden könnte, darunter das Bürgerhaus und der Mühlenhof, wurde ein Neubau von Anfang an auch von den Ortschaftsratsmitgliedern unterstützt. "Auf unserer Prioritätenliste steht der Jugendclub mit ganz oben", erklärte Manfred Behrens. Im Hinterkopf müsse man jedoch die Haushaltssituation behalten, sagte Frank Nase. "Wir können noch nicht einmal eine Kostenschätzung abgeben."

Dazu äußerte sich auch Karsten Wilke, Verantwortlicher für den Bereich Finanzen in der Gemeindeverwaltung: "Wir befinden uns gerade in der Konsolidierungsphase. Ein Konzeptbestandteil davon ist ebenfalls eine Prioritätenliste. Die ist streng nach Kategorien eingeteilt. Projekte, die Pflichtaufgaben sind oder die Fördermittel erhalten, haben dabei einen höheren Stellenwert."

Da es aber, wie Frank Nase mitteilte, voraussichtlich keine Förderung durch den Landkreis für das Projekt Jugendclub geben werde, stehe noch vollkommen offen, woher das Geld für den Bau des Pavillons kommen soll. Der Ortsbürgermeister wolle an der Vision des Jugendclub-Neubaus allerdings festhalten: "Wir können es nicht ändern, wenn die finanziellen Mittel erst in ein paar Jahren für den Bau zur Verfügung stehen. Fakt ist, dass unsere Jugendlichen einen Ort brauchen, an dem sie unterkommen können."

Das findet auch der 16-jährige Marten Oelze, der sowohl beim Vor-Ort-Termin im Schnarsleber Weg als auch bei der Ortschaftsratssitzung anwesend war. "Hauptsache wir bekommen einen Jugendclub. Nur werde ich dann wohl zu alt dafür sein."