Die neue Erntekönigin der Gemeinde Barleben heißt Cordelia Kaufmann. Ihre Wahl war nur einer von vielen Höhepunkten zum Erntefest anlässlich des Tages der Regionen. Das Fest lockte am Sonnabend Hunderte Besucher auf den Hof der Mittellandhalle.

Barleben l Der Hof der Barleber Mittellandhalle war den ganzen Tag über rappelvoll. Hunderte waren zum Gucken, Staunen, Kaufen und Leute treffen gekommen. "Es ist hier immer gemütlich", sagt die Ebendorferin Helga Reckler, "ich mag besonders die Geselligkeit." Ehemann Heinz hat an diesem Nachmittag besonders gespürt, dass Ebendorf voll in die Einheitsgemeinde integriert ist. "Uns sprechen hier so viele an, wir fühlen uns wohl", sagte er.

Das Fest war im Wesentlichen vom Barleber Heimatverein organisiert worden. "Hennry Hass hatte die Fäden in der Hand", sagt Vereinsvorsitzende Heike Hildebrand. Der konnte wegen einer Urlaubsreise die Früchte seiner Arbeit allerdings nicht genießen. Der Heimatverein ist in der Organisation von Festen ohnehin geübt, aber diesmal hat es wegen der prekären Haushaltslage keine finanziellen Zuschüsse von der Gemeinde gegeben. "Wir haben das erste Mal Standgebühren erhoben", sagt Heike Hildebrand. Eine weitere Einnahmequelle war die Versteigerung dreier Milchkannen für insgesamt 107 Euro. Die Kannen hatte Imker und Vereinsmitglied Herbert Oehlmann aus seinem Fundus beigesteuert und sie waren von Erich Wehner bemalt worden.

Die finanziellen Zwänge spürten Besucher jedoch nicht. Die Stimmung war gut, die Versteigerung eine Gaudi. Die Kannen erzielten weit mehr als den erhofften Preis. Großen Eindruck hinterließ das Folkloreensemble "Zunischka" aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk, das gerade in Sachsen-Anhalt unterwegs ist. Eineinhalb Stunden lang zeigten die Mädchen spritzige, temporeiche Tänze in traditionellen Trachten.

Auch der Gemischte Chor "Concordia" aus Barleben, das OK-Live Ensemble Barleben-Wolmirstedt sowie die Barleber Tanzgruppe "50 Plus" wurden mit reichlich Beifall für ihre Auftritte belohnt.

Die Wettbewerbe anlässlich des Erntefestes sorgten für Aufsehen. Als skurrilste Frucht wurde zwar eine reichverzweigte Mohrrübe gewählt, aber eine Riesengurke, die einem Didgeridoo ähnelte, war ein ebenso vielbeachteter Hingucker, auch wenn sie keinen vorderen Platz belegte.

Der letzte Höhepunkt des Nachmittags war die Wahl der neuen Erntekönigin. Sechs Erntesträuße waren eingereicht worden, als Siegerin ging die 46-jährige Cordelia Kaufmann hervor. Die Schärpe legte ihr Dieter Montag um, die Krone steckte die vorherige Erntekönigin Zoe Keindorff ins Haar der neuen Majestät. Zu den ersten Gratulanten gehörten Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff sowie Heidekönigin Julia I.

Die Stände, die sich wie ein Ring im Hof der Mittellandhalle zogen, waren von Barlebern selbst ausgestaltet. Die Gartenvereine "Am Schilf", "Am Bagger" und "Am Helldamm" zeigten, was in den Gärten wächst und was daraus hergestellt werden kann. Zwei asiatische Gartenbesitzerinnen überzeugten mit Maultaschen, in deren Füllung Bärlauch verarbeitet wurde.

Die Mitglieder des Heimatvereins hatten sich erstmals an Zwiebelzöpfen versucht, die Besucher als Dekoration oder zum Aufessen mit nach Hause nahmen. Vor der Halle zeigten Landwirte alte und neue Technik.

   

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