Die Sieger sind gekürt, die Lodenmäntel wieder eingemottet. Soll heißen: das Rennen 2014 ist Geschichte. Auch wenn sich das Prozedere bereits das 29. Mal wiederholte, für die 639 Teilnehmer war es erneut ein nachhaltiges Erlebnis. Nach einem schweißtreibenden Wettkampf hieß es daher auch: "Beim Jubiläums-Rennen sind wir wieder am Start!"

KleinAmmensleben l Mit 639 Startern, die sich auf 111 Mannschaften verteilten, übertraf das Lodenmantelrennen am Sonnabend die Erwartungen. Selbst Reinhard Schimka, einer der geistigen Väter dieses giftgrünen Spektakels - der in den vergangenen 29 Jahren nicht eines der Rennen, wo eigentlich mehr geschritten, zum Ende sogar nur noch gestolpert wird - war fassungslos. Auch, weil im vergangenen Jahr Petrus die Starter regelrecht "wegspülte".

"Doch diesmal hat sich unser unermüdlicher Einsatz in den vergangenen Wochen ausgezahlt." Was Reinhard Schimka damit sagen wollte, die 29. Auflage stand unter einem guten Stern, pardon, unter der grellenden Oktobersonne. Was deutlich mehr Arbeit bedeutete, zumindest für die über 100 fleißigen Helfer. So zum Beispiel für die Wettkampfrichter an den acht Stationen.

Sie kämpften am Sonnabend nicht nur gegen die tief stehende Sonne, sondern auch mit der Flut an Teilnehmern. Es gab aber einen an diesem Tag, der mehr kämpfte, mehr schwitzte: Sven Pessel. Er erwies sich als Könner und ließ sich nach den einzelnen Stationen 126,1817 Punkte gutschreiben.

Die an diesem sonnenüberfluteten Tag von keinem anderen Athleten übertroffen wurde. Nah kam ihm nur Enrico Wesemann, der es als Zweiter auf 120,1517 Punkte brachte. Auf Platz drei kam mit Kati Schubart, 119,0819 Punkte, die erste Frau.

Zur Erinnerung, das letzte Mal, dass eine Frau gewann, liegt inzwischen sieben Jahre zurück. 2007 nutzte die Gutenswegerin Jutta Winter die Gegebenheiten und düpierte die Männerwelt.

Für diejenigen, die das Lodenmantelrennen nur vom Hörensagen kennen, sei gesagt, dass es sich hierbei inzwischen um einen hochprozentigen, richtig hochkarätigen Wettkampf handelt, der bundesweit von sich Reden macht. Das bedeutet in diesem konkreten Fall, dass 639 erwachsene Menschen aus allen Teilen der Republik in ihren giftgrünen Mänteln kreuz und quer durch den Ort zogen und mächtig für Stimmung sorgten.

Einige Teams waren verdammt schnell, andere wiederum brauchten etwas länger. Sie begrüßten ohne Unterlass alte Bekannte, nervten Nachbarn, oder hielten ein Schwätzchen mit Verkehrsminister Thomas Webel. Seit Kindesbeinen ist er in Klein Ammensleben zuhause und gehört gewissermaßen zu den "Stammgästen" der Veranstaltung.

Auf die Zeit aber kam es auch wirklich nicht an, wie Lars Hunold, Björn Katzorke, Mario Niemann, Hanno Schöne, Markus Teubner und Enrico Wesemann bewiesen. Sie waren ewig unterwegs, aber heimsten mit 595 mehr Punkte als alle übrigen 110 Mannschaften ein und durften sich deshalb über den Siegerpokal freuen.

Ein böses Gerücht dagegen ist es , dass es tatsächlich Teilnehmer gab, die es nicht geschafft haben sollen, pünktlich zum Lodenmantel-Ball, der um 20 Uhr begann, im Festzelt zu sein.

 

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