Hohenwarsleben l Für den Kulturverein Hohe Börde war der diesjährige Tag der Regionen eng mit der plattdeutschen Mundart verbunden. Etwa 60 Teilnehmer vornehmlich der reiferen Generation waren nach Hohenwarsleben gekommen und redeten über Stunden im wahrsten Sinne des Wortes, wie ihnen der Schnabel gewachsen war - nämlich plattdeutsch.

"Ich wollte bewusst das konzentrieren, was wir bei unseren Mundartveranstaltungen immer machen", erklärte der Vereinsvorsitzende Dr. Erhard Beulecke als Cheforganisator der Veranstaltung. So hatte er ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bei dem plattdeutsche Filme genauso gezeigt wie plattdeutsche Lieder gesungen wurden.

Bei einer Analyse der Mundartfreunde stellte Dr. Erhard Beulecke fest, dass es solche gibt, die nur fertige Texte lesen, und andere, die auch selbst ihre Texte schreiben und manchmal auch ihr schauspielerisches Talent beim Vortragen beweisen. Von allen Gruppen waren Gäste da. So wagte sich beispielsweise Klaus Bremer an einen Text im mittelalterlichem Platt, bei dem selbst die Plattspreeker Schwierigkeiten hatten, ihn zu verstehen.

Eva Brandt aus Oschersleben, Monika Mettner aus Ivenrode und Herta Tope aus Neuenhofe gehören bei den Mundartveranstaltungen in Hohenwarsleben schon fast zum Inventar und ließen auch diesmal nicht lange auf ihre eigenen Texte warten. Ihr schauspielerisches Talent zeigten dagegen Uwe Stahn und Richard Bollmann aus Niederndodeleben bei einem Sketch über Fremdwörter. "Alle haben es ein wenig bedauert, dass keine Kinder zur Veranstaltung gekommen waren", resümierte Erhard Beulecke ein wenig traurig.

Eines war allen - auch den weitgereisten Gästen aus Helmstedt, Halberstadt und Schlanstedt - anzumerken: Nach Hohenwarsleben zum Plattspreeken kommen sie immer wieder gern.

Der Ursprung der Mundartgruppe geht auf März 1998 zurück. Die erste Mundartveranstaltung fand genau wie die 150. im Teichcafé der Familie Plümecke statt. Damals schon war unter anderem Diethard Brüggemann aus Mammendorf dabei. Später zogen die Plattspreeker in den Hohenwarsleber Jugendclub um. Als im Jahr 2000 das Dorfgemeinschaftshaus in der Kirchstraße eröffnet wurde, fanden sie hier in der "Schaulstuwe" ihr Domizil.

Einmal im Monat wird hier bis heute fleißig platt gesprochen, immer unter einem anderen Thema. "Und dann sind wir immer so an die 25 Leute, die unter anderem auch aus Colbitz und Wolmirstedt anreisen, wir waren aber auch schon mal 40", blickte der Vereinsvorsitzende auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. Willkommen sind auch immer diejenigen, die nicht platt sprechen. Besonders zur 150. Veranstaltung waren diese zahlreich vertreten.