Dem Sportverein "Stern Elbeu" wurde zum 31. März kommenden Jahres der Nutzungsvertrag über die Sportstätte gekündigt. Die Sportler des Sportvereins "Kali Wolmirstedt" hoffen, dass das Stadion im Küchenhorn eine Zukunft hat. Und die Stadt muss ihren Haushalt konsolidieren.

Wolmirstedt l Der Vorstand des Sportvereins "Stern Elbeu" sitzt fassungslos über dem Schreiben. Ihnen wurde der Nutzungsvertrag für die Sportstätte gekündigt. Formal stehen die "Sterne" damit ab dem 1.April 2015 ohne Platz und Vereinsheim da. Zuschüsse gäbe es auch nicht mehr. "Wir verstehen ja, dass die Stadt ihren Haushalt konsolidieren muss", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Matthias Bergmann, "aber muss es gleich eine Kündigung sein? Wir hätten mit der Stadt doch über eine Vertragsveränderung reden können." Nun sorgen sich die Sportler um die Zukunft der Anlage und um den Spielbetrieb. Die Saison 2014/15 ist bis zum Sommer ausgeplant.

Die Stadt möchte weiterhin mit dem "Stern Elbeu" zusammenarbeiten. Darauf wird in der von Bürgermeister Martin Stichnoth unterschriebenen Kündigung hingewiesen. Auf das Miteinander legen die Elbeuer ebenso Wert und wollen wissen, wie das in Zukunft aussehen soll. Ortsbürgermeister Oliver Grundt war zur Vorstandssitzung gekommen und drängte: "Wir müssen uns schnellstmöglich mit dem Bürgermeister zusammensetzen und klären, wie es weitergeht."

Im Nutzungsvertrag sind unter anderem finanzielle Leistungen festgesetzt, die die Stadt gegenüber dem Sportverein erbringt. Dazu gehören die Nebenkosten sowie ein jährlicher Zuschuss für die Rasenmahd in Höhe von 2500 Euro pro Jahr sowie ein Zuschuss für die Reinigung des Sportlerheims von jährlich 1600 Euro. Der Verein beschäftigt unter anderem für diese Arbeiten drei Mitarbeiter. Deren Verträge stehen zum jetzigem Stand auf dem Spiel.

Das Stadion "Glück auf" im Küchenhorn und das "Stadion des Friedens" werden vorwiegend vom SV Kali genutzt. Um deren Pflege kümmert sich ein Angestellter der Stadt. Zuschüsse, wie für "Stern Elbeu", sind deshalb für SV Kali nicht notwendig. Dennoch behalten die Sportler des SV Kali die Zukunft ihrer Sportstätten genau im Blick. Zumal demnächst die Straße zum Stadion im Küchenhorn mit Mitteln aus dem Fluthilfefond des Landes asphaltiert wird, hoffen sie auf den Erhalt von "Glück auf".

"Wenn einmal Geld für die Sportstätten in die Hand genommen wird, dann sollte es für den Erhalt des Stadions im Küchenhorn ausgegeben werden", sagt Birger Orlamünde, Abteilungsleiter Leichtathletik im SV Kali. Er sieht, dass auf diesem 1985 eröffneten Platz alle Sportler zu ihrem Recht kommen. Etwa 160 Fußballer und 175 Leichtathleten trainieren hier regelmäßig nebeneinander. Die Fußballer können Fußball spielen, die Läufer laufen, die Speerwerfer werfen und die Springer springen. Egal, welche Sportart dort ausgeführt wird, Birger Orlamünde weiß: "Hier können wir uns alle aus dem Weg gehen." Außerdem liegt das Stadion weit genug von jeder Wohnbebauung entfernt. "Wenn wir Sportveranstaltungen beschallen, stört das niemanden."

Auch die Elbeuer können sich ein Leben ohne ihren Sportplatz nicht vorstellen. Er wird ausschließlich zum Fußballspielen genutzt und gilt deshalb nicht als Stadion. In Elbeu trainieren sieben Fußballmannschaften und ab und an kommen die Kindergartenkinder zum Toben. Die Nutzung einer anderen Spielstätte zum Fußballspielen lehnen die Elbeuer kategorisch ab. "Wir sind mehr als ein Sportverein", stellt Olaf Prilloff klar. Ortsbürgermeister Oliver Grundt bestätigt: "Hier liegt das kulturelle Zentrum des Dorfes, hier werden Feste gefeiert und große Versammlungen abgehalten." Im Vereinsheim trainieren außerdem die Gymnastikfrauen, dort kommen die Senioren zusammen und der Ortschaftsrat.

Auch in Glindenberg gibt es einen Sportplatz. Der Sportverein Blau-Weiß Glindenberg hat einen Nutzungsvertrag mit der Stadt über die Sportstätte abgeschlossen. Vereinsvorsitzender Steffen Seifert sagt: "Der läuft bis Ende 2015."

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