Im aktuellen Schulentwicklungsplan des Landkreises Börde existiert die Grundschule Angern gar nicht mehr. Doch der Elbe-Heide-Verbandsgemeinderat lehnte bislang eine Verfügung zur Schulschließung ab. Der Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette kritisiert in einem Brief an den Kultusminister die ungenügende Personalausstattung.

Angern l Entsprechend der Landesverordnung zur mittelfristigen Schulentwicklungsplanung und der damit angehobenen Mindestschülerzahlen waren in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide zwei der sechs Grundschulen zu schließen. Die Schließung der Hillersleber Ohretal-Grundschule ist erfolgt. Sie wird allerdings noch für ein Schuljahr als Außenstelle der Haldensleber Erich-Kästner-Grundschule, die derzeit komplett saniert wird, betrieben.

Doch die Schließung der Grundschule Angern hatte der Verbandsgemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Dagegen musste Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (CDU) von Amts wegen Widerspruch einlegen und die Entscheidung zur Grundschulschließung im Juli erneut auf die Tagesordnung der Verbandsgemeinderatssitzung setzen. Doch auch beim zweiten Mal weigerte sich eine Mehrheit der Ratsmitglieder, den Schließungsbeschluss zu fassen.

Nach einem erneuten Widerspruch übergab Schmette den gesamten Vorgang zur Entscheidung an die zuständige Kommunalaufsicht. Das ist in diesem Fall das Schulverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. "Das war am 17. Juli", informiert Schmette auf Volksstimme-Nachfrage, "leider erfolgte von dort bisher keinerlei Reaktion. Nachfragen, auch vom Schulamt des Landkreises Börde, blieben bislang erfolglos."

"Es ist aus meiner Sicht den verbliebenen Schülern gegenüber unverantwortlich, wenn das Land notwendige Entscheidungen aussitzt."

Diese Fakten schildert Schmette auch in einem Brief an Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). "Nachdem die Eltern der Grundschule Angern wochenlang im Unklaren über die zukünftige Beschulung ihrer Kinder gelassen wurden, ist in die Grundschule Angern keine 1. Klasse eingeschult worden", kritisiert der Verbandsgemeindebürgermeister die offensichtliche Hinhaltetaktik des Landes.

Schmette informiert den Minister weiterhin darüber, dass mit Schuljahresbeginn die pädagogische Mitarbeiterin der Grundschule Angern sowie eine Lehrerin versetzt worden seien. "Seitdem steht für die verbliebenen 40 Schüler der Klassen zwei bis vier keine pädagogische Mitarbeiterin mehr zur Verfügung", beschwert sich der Verbandsgemeindebürgermeister.

"Ich bitte Sie auf diesem Wege endlich Sorge zu tragen, dass auch für diese Schule klare Verhältnisse geschaffen werden", fordert Schmette den Kultusminister auf, "es ist aus meiner Sicht den verbliebenen Schülern gegenüber unverantwortlich, wenn das Land notwendige Entscheidungen einfach aussitzt und hofft, durch die Verschlechterung der personellen Ausstattung wird sich die Angelegenheit schon von allein erledigen."

Thomas Schmette signalisiert am Ende seines Briefes gegenüber dem Kultusminister Gesprächsbereitschaft und bittet um Unterstützung.

Bilder