Wolmirstedt l Die Kündigung des Nutzungsvertrages für die Elbeuer Sportstätten zum 31.März 2015 (Volksstimme berichtete) erhitzt die Gemüter. Auch Webers Hof bekam so ein Schreiben. Dem Farsleber Kulturverein wurde der Nutzungsvertrag bereits zum 31. Dezember gekündigt.

Die Kündigungen sind von Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) unterschrieben. "Wir müssen diese Verträge neu aushandeln", sagte er gegenüber der Volksstimme. Einige Passagen der bisherigen Verträge können so nicht stehen bleiben. Außerdem zwinge die Haushaltskonsolidierung dazu, die Förderung von Vereinen zu überdenken.

Dass Wolmirstedt derzeit knapp bei Kasse ist, wissen sowohl die Elbeuer Sportler als auch die Farsleber vom Kulturverein "Webers Hof". Beide Vereine sind zu Verhandlungen bereit. Und beide Vereine hätten sich im Ergebnis von Gesprächen mit der Stadt eine Vertragsänderung gut vorstellen können. Doch diese Gespräche gab es nicht und Gesprächstermine wurden noch nicht vereinbart. "Wir wissen gar nicht, wo es hingehen soll", sagt Klaus Mewes (UWG), Vorsitzender des Kulturverins Webers Hof. Ähnlich äußerte sich auch Olaf Prilloff, Vereinsvorsitzender des "Stern Elbeu", der vom Ortbürgermeister Oliver Grundt (CDU) unterstützt wird.

Die Kündigung des Nutzungsvertrages mit dem Sportverein "Stern Elbeu" beunruhigte auch die Elbeuer Ortsgruppe der Volkssolidarität. "Wenn wir Senioren das Sportlerheim nicht mehr als Begegnungsstätte nutzen können, fällt unsere Ortsgruppe auseinander", sagt Heidemarie Knust. Auch sie hätte sich Gespräche im Vorfeld der Vertragskündigung gewünscht. "Reden ist wichtig."

Sollte es um die Finanzen gehen, weiß Heidemarie Knust, dass die Elbeuer Senioren ihren Beitrag leisten würden. "Entsprechend ihrer Möglichkeiten natürlich."

Faktisch können die Elbeuer das Sportlerheim ab 1. April 2015 nicht mehr nutzen. Doch dazu wird es vermutlich nicht kommen. Es geht offenbar um die Zuschüsse. "Wir wollen den Vereinen mehr Verantwortung übertragen", sagte der Bürgermeister im Volksstimmegespräch. Was damit genau gemeint ist, das soll neu ausgehandelt werden.

"Wir erwarten, dass kurzfristig das Gespräch gesucht wird", sagt Webers-Hof-Vereinschef Klaus Mewes, "wir wissen sonst nicht, wie es mit der Arbeit für Kultur, Senioren und Kinder weitergehen soll. Der Bestand des Vereins ist gefährdet." Auf eine Reduzierung der Mittel für die Jugendarbeit hatten sich die Weberaner bereits eingestellt, da die Betreuung Jugendlicher auf dem alten Vierseitenhof schon lange nicht mehr stattgefunden hat und nun in die Hände des Deutschen Roten Kreuzes übergehen soll. Der Zulauf der Senioren hingegen hat stark zugenommen. Außerdem muss der Verein alle Unkosten, wie Versicherungen, selber tragen. "Wir wünschen uns, dass die Kündigung zurückgenommen wird und wir über eine Vertragsanpassung verhandeln", so Mewes.

Stadtratsvorsitzender Alfons Hesse (CDU) sieht die Sache gelassen. "Hoffentlich ist die ganze Aufregung konstruktiv", sagt er und macht deutlich, dass die Verträge neu verhandelt werden müssen. "Sonst bleiben wir ewig in den roten Zahlen."

Der Stadtratsvorsitzende schließt nicht aus, dass über die Vertragsänderungen im Stadtrat gesprochen wird. Der kommt am 11. Dezember wieder zusammen. Bis dahin muss auch über das Konsolidierungskonzept beraten worden sein. Dazu lautet ein Vorschlag der Verwaltung, die Zuschüsse für Vereine pauschal um 15 Prozent zu reduzieren. Debatten dazu werden noch geführt.

Bilder