Auch wenn sich an diesem Wochenende der Spätsommer noch einmal kurzzeitig zurückmelden soll, gehen im Naherholungszentrum Jersleber See morgen endgültig die Lichter aus. Die Campingsaison 2014 ist damit vorbei.

JersleberSee l Es ist ruhig in den vergangenen Tagen am Jersleber See geworden. "Bei dem feuchtkalten Wetter hat sich auch nur selten ein Camper gezeigt", weiß Detlef Schulze. Und der 63-jährige Magdeburger muss es wissen, denn er ist gewissermaßen die gute Seele auf dem Platz, hält bereits seit 1991 dem Naherholungszentrum die Treue.

Eine Feststellung, die auch Manuela Krause, Leiterin der Rezeption, bestätigen kann. Und sie weiß auch einen triftigen Grund: Am 19. Oktober endet die Freiluftsaison, wird der Strom auf der Anlage abgeschaltet, gehen damit am Jersleber See im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus.

Wie viele Gäste seit Mai dieses Jahres zum "Jersi" gekommen sind, das kann nicht genau gesagt werden. Denn nur jene Badegäste müssen eine (Park)Gebühr zahlen, die mit dem Auto den Jersi ansteuern. Wer dagegen mit dem Fahrrad oder zu Fuß an den Strand kommt, der hat freien Eintritt.

Was man daher exakt weiß, wie viele Pkw am See abgeparkt wurden. 13 172 Fahrzeuge haben bis gestern die moderne Schrankenanlage passiert. Das sind aber 4479 Autos weniger als noch im Vorjahr. Doch die Mitarbeiter kennen den Grund. Gab es 2013 einen extrem warmen Sommer mit 25 ausgesprochen "heißen Badetagen", so wurden von Mai bis September dieses Jahres lediglich zehn dieser hochsommerlichen Tage gezählt.

Eröffnet wurde die neue Campingsaison im Naherholungszentrum "Jersleber See" übrigens am 17. April.

Und was die Zahl der Dauercamper betrifft, da kann Betriebsleiterin Birgit Hagemann ein leichtes Plus vermelden, "wobei die Zahl in den fünf Jahren stetig angewachsen ist". Hatten 2010 noch 149 Dauercamper ihre Leinwand-Villa am Jersleber See aufgeschlagen, so waren es in diesem Jahr 164. Wie Birgit Hagemann verrät, ist man damit aber nicht an die Kapazitätsgrenze gestoßen: "Unser Naherholungscenter bietet mindestens 200 dieser beweglichen Sommervillen Platz. Wer also in den Sommermonaten ins Grüne will, bei uns ist jeder Camper jederzeit willkommen."

Zurückgegangen ist die Zahl der Übernachtungen der Kurzcamper. Gegenüber dem Vorjahr, wo es 5208 waren, sind in dieser Saison nur 4636 notiert. Dagegen aber stieg die Zahl der Ankünfte von Kurzcampern von 1924 im Jahr 2013 auf beachtliche 2008. Das bedeutet, dass trotz der Verschiebung im Gästeverhalten, sich mit der gestiegenen Anzahl der Kurzcamper der Umsatz erhöht hat.

Einer der letzten Kurzcamper, die in Jersleben einen Zwischenstopp einlegten, war Richard Hartmann aus Siebeneichen in Schleswig Holstein. Der 81-Jährige und seine Frau Margret, 77, sind vom Naherholungszentrum mächtig angetan. "Seit Jahren sind wir mit dem Wohnmobil in der Republik unterwegs", versichert Richard Hartmann, "aber so einen modernen Campingplatz haben wir selten angesteuert." Was dem agilen Camper noch positiv aufgefallen ist: "Wir wurden während unserer zwei Tage von den Mitarbeitern durchgängig fürsorglich betreut." Das Kompliment reichte Birgit Hagemann sehr gern ihre Mitarbeiter weiter - dazu gehören neben der Leiterin der Rezeption, Manuela Krause, der Hausmeister Holger Weniger und die Mitarbeiterin Renata Goryachkin.

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