In Glindenberg soll es bald einen Jugendclub geben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kann sich eine Trägerschaft vorstellen. Allerdings nur, wenn die Jugendlichen als Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe arbeiten.

Glindenberg l Die Glindenberger Jugendlichen wünschen sich schon lange einen eigenen Club. Mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes könnten sie ihrem Ziel nahe kommen. Würde sich eine Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe gründen, könnte das DRK die Trägerschaft eines Clubs übernehmen. Jugendliche, Eltern, DRK-Geschäftsführerin und Ortschaftsratsmitglieder trafen sich am Donnerstagabend zu einem ersten Sondierungsgespräch. Die ganz große Begeisterung der Jugendlichen über eine Mitarbeit im DRK blieb vorerst aus. Im November soll es weitere Gespräche geben.

"Wir können ja erst einmal mit dem DRK beginnen", verkündete Dennis Jahn (18) das Ergebnis einer internen Beratung der Jugendlichen, "und dann irgendwann einen eigenen Verein gründen."

Sylvia Franke, Geschäftsführerin des Deutschen Roten Kreuzes, nahm das zur Kenntnis und betonte noch einmal die Freiwilligkeit der Zusammenarbeit. "Wenn das DRK nicht gewünscht ist, zieht es sich als Träger zurück."

Die Glindenberger Jugendlichen waren zum ersten Mal so nah mit der Gründung eines Jugendclubs konfrontiert. Seit Jahren gibt es keinen Raum, in dem sie sich treffen können. Im Sommer ist das kein Problem, da nutzen sie die Bushaltestelle, aber im Winter ist es draußen zu kalt. "Sie sollen nicht bei Minus 20 Grad an der Laterne stehen", sagt Kerstin Storck, die zu den anwesenden Eltern gehörte.

Die Chancen für einen Club stehen gut. Mit dem Umzug der Kita in das neue Gebäude steht das alte leer. Einen der Räume könnten die Jugendlichen bekommen. Ein Nachnutzungskonzept für die ehemalige Kita wurde bereits vom Ortschaftsratsmitglied Thomas Schlenker (Grüne) erarbeitet. Er rechnet mit rund 10000 Euro Umbaukosten. Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) habe zugesagt, so Gerhild Schmidt, dafür Fördermittelanträge zu stellen.

Der Umbau ist ein wichtiger Schritt. Doch der Jugendclub braucht einen Träger, der die Verantwortung übernimmt und Personal stellen kann. "Personalkosten sind für die Stadt wegen der Konsolidierung nicht drin", macht Gerhild Schmidt deutlich.

In diesem Punkt kommt das Deutsche Rote Kreuz ins Spiel. Es könnte die Trägerschaft übernehmen, wenn es eine Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe gäbe. In Farsleben wurde im August bereits eine gegründet und auch in Glindenberg wäre das möglich. "Wir werden euch kein Kulturprogramm bieten", sagt Sylvia Franke, "aber wir können gemeinsam ein Konzept erarbeiten."

Eine Zusammenarbeit des DRK mit den Jugendlichen brächte den jungen Leuten den Club und dem DRK neue Mitglieder. "DRK-Arbeit hat nicht nur mit Pflasterkleben zu tun", sagt Sylvia Franke, "bei uns können sich Schwimmer zu Rettungsschwimmern ausbilden lassen, wir bieten Berufsorientierung für soziale Berufe, es gibt für Jugendliche in Konfliktsituationen Ansprechpartner, beispielsweise Schwangerenkonflikt- oder Drogenberatung."

Mit diesen Bedingungen müssen die Jugendlichen erst einmal warm werden. Für Anabell Ohrstedt (14) stellte sich die Frage, welche Person die Verantwortung trägt und die Schlüsselgewalt hat. Sowohl Sylvia Franke als auch Gerhild Schmidt und Ortschaftsrat Fritz-Georg Meyer (CDU) stellten klar, dass es ganz ohne Aufsichtsperson zunächst nicht gehen werde.

"Wir haben aber auch Clubs", so Sylvia Franke, "in denen die Jugendlichen die Verantwortung inzwischen allein tragen. Aber bis wir über Einzelheiten reden, müssen wir uns erst einmal kennenlernen."