Die Menschen in der Börde und in Magdeburg waren 2013 am gesündesten in Sachsen-Anhalt. Das zumindest sagt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport aus. Die krankheitsbedingtten Ausfalltage in der Region lagen unter dem Landesniveau. Hauptursache für Krankschreibungen waren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, wie etwa Rückenschmerzen.

LandkreisBörde l Alljährlich wertet die Krankenkasse die Krankschreibungen ihrer 26000 Versicherten im Landkreis Börde und der Landeshauptstadt aus und erstellt damit den Gesundheitsreport. Für 2013 kam dabei heraus, dass sich im Vergleich zu 2012 der Krankenstand im vergangenen Jahr bei einigen Diagnosen veränderte. So ist die Zahl der Krankschreibungen wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, zu denen Rückenschmerzen gehören, um gut 16 Prozent gestiegen. Überhaupt ist diese Erkrankung Hauptgrund für Krankschreibungen im Landkreis und der Landeshauptstadt. Die Diagnose verursachte jeden vierten Fehltag, heißt es in dem Report.

Auf Platz zwei folgen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. Hier nahmen die Fehltage um knapp 13 Prozent zu. Zurückgegangen sind hingegen Krankschreibungen wegen Verletzungen oder Vergiftungen. Sie nahmen um fast 14 Prozent ab. Ein Rückgang um etwa 11 Prozent ist auch bei psychischen Leiden wie Angstzuständen oder Depressionen zu beobachten. Im Land hingegen war die Zahl gestiegen, besagt die Statistik.

Ohnehin: Seit dem Jahr 2000 habe die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen drastisch zugenommen - um 185 Prozent, erklärt Michael Fräßdorf von der Krankenkasse. "Während Kurzzeit-Krankheiten wie Erkältungen für Arbeitgeber in der Regel leichter zu bewältigen sind, bedeuten längere Erkrankungen wie seelische Leiden meist größere Probleme", so Michael Fräßdorf.

Auch wenn die Zahl der psychischen Erkrankungen in 2013 im Landkreis und in Magdeburg zahlenmäßig abgenommen habe, so sei die Komplexität der psychischen Erkrankungen größer geworden, sagt Carolin Lampe, Gesundheitskoordinatorin des Landkreises Börde.

"Bewegte Pause" machen

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz umzusetzen", sagt sie. So könnten Arbeitnehmer mit Rückenproblemen beispielsweise durch ergonomische Arbeitsplätze oder Steharbeitsplätze entlastet werden. Durch Angebote wie Gesundheitskurse, Aktionstage oder Kooperationen mit Physiotherapien wäre es zudem möglich, dass sich Mitarbeiter über Gesundheitsförderung und Prävention informieren und selbst aktiv werden.

In der Kreisverwaltung würde dies beispielsweise umgesetzt, in dem den Mitarbeitern neben rückengerechten Bürostühlen und höhenverstellbaren Schreibtischen thematische Gesundheitskurse angeboten würden, so Carolin Lampe. Dabei müsse Prävention am Arbeitsplatz nicht viel kosten. Lockerungsübungen zwischendurch oder eine "bewegte Pause" könnten schon ohne viel Aufwand eine Entlastung für den Rücken bewirken.

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