Ein Spielplatz im mittelalterlichen Gewand wurde Freitagnachmittag im heilpädagogischen Zentrum "Don Bosco" eingeweiht. Bei der Auswahl der Spielgeräte hatten die Kinder ein gewichtiges Wort mitzureden.

Wolmirstedt l Schaukeln, klettern und rutschen steht bei den Kindern, die im heilpädagogischen Zentrum "Don Bosco" leben, hoch im Kurs. Deshalb ist die Freude über den neuen Spielplatz groß. Am Freitagnachmittag wurde er mit einem zünftigen Mittelalterfest offiziell eingeweiht.

"Ich wollte unbedingt eine Schaukel haben", sagt die neunjährige Angelina Susdorf. Diesen Wunsch hat sie der Einrichtungsleiterin Katja Binkowsky und deren Team in einer der vielen Ideenwerkstätten mitgeteilt. "Es war uns ganz wichtig, dass die Kinder selbst mitentscheiden, wie der Platz gestaltet sein soll", sagt Katja Binkowsky.

Damit der Spielplatz letztendlich wirklich den Wünschen der Kinder entspricht, haben sie ihre Lieblingsspielgeräte aufgezeichnet und später sogar einen kleinen Modellspielplatz gebaut. "Wir haben die Spielgeräte, die wir gerne haben möchten, aus Holzstäbchen gebastelt, und diese auf einer Holzplatte befestigt", erklärt Christian Behne (12).

Die Jugendlichen waren eher an einer Bar interessiert. Die wurde an einem Baumstamm errichtet. "Hier draußen kann man gut essen und trinken", stellt Peter Smajli-Myk fest. Der 13-Jährige will während der Eröffnungsfeier seinen Platz auf dem Barhocker gar nicht verlassen und genießt es sichtlich, dass Franziska Klippstein, die "gute Seele" des Hauses, immer wieder Erdnüsse und fruchtige Getränke reicht.

Der Spielplatz wurde für rund 20000 Euro im Naturstil errichtet. Die Caritas als Trägergesellschaft hat den Löwenanteil getragen. "Aber ohne unsere Sponsoren hätten wir das nicht geschafft", sagt Katja Binkowsky. Der Landkreis hat unterstützt, regionale Unternehmen, die Kirchen. Sie alle haben dafür gesorgt, dass den Kindern nun Kletteranlage, Schaukel, Rutsche, Kletterwand, Kletternetz und die Bar zur Verfügung stehen.

Im heilpädagogischen Zentrum "Don Bosco" leben 20 Kinder im Alter von 7 bis 17Jahren. In dem freundlich gestalteten Haus in der Vogelstange genießen sie eine besondere Förderung. Manche kommen nur tagsüber und gehen abends nach Hause, andere bleiben länger, finden ein Zuhause auf Zeit.

Auf das Einweihungsfest haben sich die Don-Bosco-Bewohner seit mehreren Wochen vorbereitet. Die Spielgeräte wurde dekoriert, Schilder und Wimpelketten bemalt, die Kostüme gefertigt, Strohballen organisiert und ein Lied einstudiert. Es sollte alles schön mittelalterlich wirken und sowohl die Kinder als auch die Mitarbeiter des Hauses kamen in stilechten Gewändern daher. Die Gäste, die zur Übergabe geladen waren, sollten sich in diesem Ambiente wohlfühlen. Die stärkten sich erst einmal bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, rösteten anschließend ein Stockbrot im Feuer und warteten auf die große Überraschung des Abends.

Das war die Feuershow der Truppe "Malabarista". Nach der Show folgte eine noch größere Überraschung, nämlich in dieser Gruppe tanzte Einrichtungsleiterin Katja Binkowsky.

Dem Rundgang durch die Räume des Hauses folgten viele der Gäste, zu denen vor allem die Eltern, aber auch Nachbarn, Mitstreiter, Sponsoren, die Regionalbereichsbeamten sowie der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens gehörten.

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