Mit Hilfe des Sondereinsatzkommandos (SEK) wurde ein Grundstück in Elbeu durchsucht. Dabei wurden große Mengen vermeintlichen Diebesgutes gefunden und sichergestellt.

Wolmirstedt l In der Asservatenkammer des Wolmirstedter Revierkommissariats lagern Kettensägen, elektrische Heckenscheren, Autobatterien, Rasenmäher und andere Gerätschaften. Die stammen vermutlich aus Beutezügen eines Elbeuers. Nun hofft die Polizei, dass sich diejenigen melden, die diese Geräte vermissen.

Der Umfang der mutmaßlichen Diebesbeute hat die Polizisten während ihres Einsatzes überrascht. Sie waren dem Hinweis eines Bürgers nachgegangen, der am Dienstag, 21. Oktober, am Glindenberger Ohredeich den Diebstahl eines Weidezaungerätes beobachtet hatte. Weidezaungeräte liefern den Strom für die Zäune und deren Entfernung kann bedeuten, dass die Tiere ausrücken und den Straßenverkehr gefährden.

Der Bürger hatte jedoch nicht nur den Diebstahl beobachtet, sondern auch verfolgt, wie der Beschuldigte das Weidezaungerät auf sein Elbeuer Grundstück brachte. Er informierte die Polizei.

Die hielt sofort Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und sowohl der Staatsanwalt als auch der zuständige Bereitschaftsrichter stimmten einer sofortigen Durchsuchung des Grundstückes zu. Allerdings nur unter dem Schutz des Sondereinsatzkommandos. "Der 53-Jährige ist hinreichend polizeibekannt und wird als gefährlich und gewalttätig eingestuft", sagt Thomas Rakowski, Kriminaldienstleiter des Wolmirstedter Revierkommissariats.

Das SEK rückte an. Speziell ausgebildete, intensiv trainierte und vermummte Spezialbeamte überwältigten den Beschuldigten in den Abendstunden vor seinem Grundstück und nahmen ihn vorläufig fest.

Bei der Durchsuchung des Grundstückes wurde neben den Geräten und Materialien (siehe Infokasten) auch zwölf Stangen unverzollte Zigaretten gefunden. Nach der Durchsuchung wurde der Beschuldigte wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Einige der gefundenen Maschinen konnten bereits ihren Besitzern zugeordnet und zurückgegeben werden. Eine Markenfirma für Motorgeräte und Motorkettensägen kann anhand der Registriernummer nachvollziehen, wer dieses Gerät gekauft hat. "Wir haben uns mit der Firma in Verbindung gesetzt", sagt Thomas Rakowski, "und haben erfahren, dass unter anderem der Eigenbetrieb Wirtschaftshof eine der Motorkettensägen besessen hatte." Eigenbetriebsmitarbeiter Marco Jelitto wurde zur Polizei bestellt und erkannte sie wieder. Die Motorkettensäge war bereits 2009 als gestohlen gemeldet worden. "Wir haben sie damals mitten in den Vorbereitungen zur 1000-Jahr-Feier Wolmirstedts vermisst."

Neben dieser Motorkettensäge wurden noch neun weitere Geräte ihren Besitzern zugeordnet und zurückgegeben. Der Beschuldigte hat offenbar nicht nur in Wolmirstedt gestohlen, sondern auch in angrenzenden Gemeinden. Eine Motorsense stammte aus Meitzendorf.

Schwieriger gestaltet sich die Suche nach den Besitzern der Geräte, die von den Firmen nicht registriert sind. "Wir haben schon alle Diebstahlsanzeigen durchforstet", sagt Thomas Rakowski. Aber da sich kaum jemand die Gerätenummer notiert, ist eine Zuordnung schwierig. Nun hofft der Kriminalist, dass bestohlene Bürger ihre Gegenstände auf dem Foto oder in der Asservatenkammer erkennen.

Bürger, die ihr Eigentum unter den sichergestellten Dingen vermuten, können von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 15 Uhr ins Polizeirevier kommen. Um Anmeldung unter der Telefonnummer 039201/60263 wird gebeten.