Wolmirstedt l Die Technik des Biomasseheizkraftwerkes des Bodelschwingh-Hauses wird demontiert. Das Innenleben wurde an einen Betreiber im Schwarzwald verkauft und wird fortan dazu beitragen, einen Stadtteil und ein Schwimmbad mit Wärme zu versorgen. Das Grundstück und das Gebäude werden von der Bodelschwingh-Haus-Stiftung gekauft und für die Erweiterung der Werkstätten für behinderte Menschen sowie als Lager genutzt.

Das Biomasseheizkraftwerk wurde bereits Anfang 2013, nach dem Ende der Heizperiode, stillgelegt. "Wir konnten den Standort nicht wirtschaftlich betreiben", erklärt Peter Hugo, Vorstand des Bodelschwingh-Hauses. Für die erzeugte Wärme haben sich trotz intensiver Bemühungen nicht genügend Abnehmer gefunden.

Bei seiner Errichtung hatte das innovative Projekt für großes Aufsehen gesorgt. Das Biomasseheizkraftwerk war 2006 unter den Fittichen des Bodelschwingh-Hauses in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für vier Millionen Euro erbaut worden. Fördermittel oder Steuergelder seien dafür nicht geflossen. "Das Bodelschwingh-Haus hat das Biomasseheizkraftwerk komplett selbst finanziert", sagt Peter Hugo. 2007 lief der erste Probebetrieb.

Das Bodelschwingh-Haus wollte sich damit von den steigenden Öl- und Gaspreisen unabhängig machen. Durch die Verbrennung naturbelassener Holzschnitzel sollte der Eigenbedarf an Wärme und Strom kostengünstiger abgedeckt werden. Der Verkauf der überschüssigen Wärme und Energie sollte zusätzliche Einnahmequellen sichern.

Die Geschäftsträume haben sich nicht erfüllt. Der Ofen wurde über das Dach entfernt, die Turbine abgebaut. "Der Betreiber im Schwarzwald hat ein anderes Umfeld, dort soll so ein Heizkraftwerk wirtschaftlich laufen", sagt Peter Hugo.

Mit dem Verkauf des Biomasseheizkraftwerkes an den Betrieb im Schwarzwald, beziehungsweise Gebäude und Grundstück an die Bodelschwingh-Haus-Stiftung wird der Bodelschwingh-Haus-Verein aufgelöst. Das Biomasseheizkraftwerk war der letzte Geschäftsbereich, der vom Verein betrieben wurde.