Bergfriede (il) l Seit Donnerstagfrüh gehen die Bergungsarbeiten am Mittellandkanal bei Bergfriede weiter. Heute übernehmen Spezialisten der Werft Genthin das "Ruder". Sie müssen heute den beschädigten Rumpf der Rothensee reparieren. Der war am Mittwoch beim anheben des gesunkenen Frachters in der Mitte weiter eingerissen. Bis zum Mittwochabend hatte das niederländische Bergungsteam die Rothensee soweit geborgen und ausgepumpt, dass sie mit Hilfe des Schwimmkranes an der Wasseroberfläche blieb. Die Schiffsbauer aus Genthin werden heute Stahlplatten an der Rumpf des Frachters anschweißen. Die klaffende Wunde von Mittwoch bekommt dicke "Stahlpflaster". Außerdem sollen Stahlträger am Schiffsrand für Stabilität sorgen, erklärte Schiffbaumeister Robert Juhr. Er und seine Kollegen sind zuversichtlich, dass sie den Frachter im Laufe des Tages soweit schwimmfähig bekommen, dass die Rothensee an den Anleger gezogen und damit der Mittellandkanal wieder für die Schifffahrt freigegeben werden kann. Spätestens am Freitag soll die Durchfahrt für die rund 50 wartenden Güterschiffe frei sein.

Die Rothensee war vergangene Woche Dienstag nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Güterschiff, der Andromeda, gesunken. Der Anlegeversuch der Rothensee bei Bergfriede schlug fehl, sie trieb quer auf den Mittellandkanal, die Andromeda fuhr ihr in die Flanke. Die mit 817 Tonnen Eisen beladene Rothensee ging auf Grund und blockiert seither die Wasserstraße.

Die Wasserschutzpolizei ermittelt derzeit gegen den Kapitän der Andromeda. Der Vorwurf: Er habe nicht alles unternommen, um einen Zusammenstoß zu verhindern, sein Schiff rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Warum das Anlegemanöver der Rothensee fehl schlug ist noch unklar. Eine Ursache könnte ein technischer Defekt gewesen sein.

   

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