Der Bauerngraben in Glindenberg wird derzeit beräumt. Damit soll ein ordentlicher Wasserabfluss und die Selbstreinigung des Gewässers gewährleistet werden. Die Anwohner hoffen auf weniger feuchte Keller.

Wolmirstedt l Andreas Maletz und seine Männer baggern derzeit den Bauerngraben in Glindenberg aus. Eine bis zu 70Zentimeter dicke Schicht aus Schlamm, Laub, Schilf, Müll und Bauschutt wird auf einer Länge von etwa 800 Metern entfernt. Weiterhin wurden Weiden beschnitten und Büsche im Uferbereich gerodet."Durch diese Grundräumung soll ein ordentlicher Abfluss des Wassers gewährleistet werden, nicht nur bei Hochwasser, sondern auch bei Starkregen", erklärt Alfons Hesse (CDU).

Der Stadtratsvorsitzende ist gleichzeitig Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes "Untere Ohre". Dieser Unterhaltungsverband hat bei seiner Grabenschau im März festgestellt, dass eine komplette Grundräumung dieses Grabens dringend notwendig ist. "Wir räumen in diesem Ausmaß etwa alle zehn Jahre", erklärt Constanze Köppe, Geschäftsführerin des Unterhaltungsverbandes. Damit werde dem Gewässer anschließend wieder genug Zeit gegeben, sich zu entwickeln. "Heimische Tiere und Pflanzen sollen sich ansiedeln können", sagt Constanze Köppe, "inzwischen ist in dieser Region auch schon wieder der Biber heimisch."

Der Glindenberger Anwohner Günther Meinhardt ist froh über die Beräumung und hofft, dass durch das schneller abfließende Wasser die Feuchtigkeit, die sich nach starken Regengüssen in den Kellern des westlichen Glindenbergs bildet, zurückgeht.

Das kaum abfließende Wasser in Gräben ist allerdings nicht nur dem natürlichen Bewuchs geschuldet. Immer wieder laden Bürger ihren Rasenschnitt, große Laubmengen oder gar Müll darin ab. "Ich kann im Sinne einer ordentlichen Entwässerung nur an die Vernunft appellieren", sagt Alfons Hesse. Die Schäden, die durch Staustellen auftreten, müssen alle ausbaden.

Für die Reinigung von Gräben müssen manchmal auch Privatgrundstücke befahren werden, bei Bedarf auch mit dem Bagger. "Solche Erdmengen, wie hier am Bauerngraben, können wir nicht mit der Schubkarre bewegen", sagt Andreas Maletz. Das gefällt den Grundstückseigentümern nicht immer. Manchmal müssen die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes "Untere Ohre" echte Überzeugungsarbeit leisten, obwohl die Grundstückseigentümer verpflichtet sind, den Zugang zu den Gräben zu gewährleisten. "Hier in Glindenberg gab es keine Probleme", weiß Alfons Hesse.

Grundstückseigentümer sind außerdem dazu verpflichtet, eine vier Meter breite Durchfahrt zum Graben zu gewährleisten. "Das heißt, ein Zaun muss über diese Breite zu öffnen sein", sagt Constanze Köppe. Obwohl es dafür Vorschriften gibt, kooperieren nicht alle Eigentümer im Gebiet des Unterhaltungsverbandes so wie die Glindenberger.

Das Gebiet reicht grob gesagt von Letzlingen bis hinter Irxleben, von Calvörde bis an die Elbe. In diesem Areal werden nicht nur sukzessive die Gräben unterhalten, sondern auch Durchlässe gesäubert. Von den 2251 Durchlässen räumen und reinigen die Mitarbeiter pro Jahr etwa 15 bis 20 grundlegend.

Die Beräumung von Gräben hinterlässt auf Grundstücken in der Regel keine Verwüstung. Alles, was durch die Arbeiten zerstört wird, hübschen die Arbeiter am Ende wieder auf. Baggerspuren werden aufgefüllt, bei Bedarf wird neue Erde angefahren und Rasen gesät.

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