Die Bergungsarbeiten des havarierten Frachters "Rothensee" im Mittellandkanal sind am Donnerstag bis in den späten Abend hinein weitergeführt worden. Schiffbauer von der Werft Genthin schlossen den breiten Riss im Rumpf des Frachters, der sich am Mittwoch beim Anheben des Wracks aufgetan hatte.

Bergfriede l Noch in der Dunkelheit blitzte und funkte es am Donnerstag an der havarierten Rothensee. Die Schweißarbeiten, um Risse und Lecks zu schließen zogen sich gestern bis in die Abendstunden hinein. Schiffbauer der Werft Genthin waren am Donnerstagfrüh angerückt, um der klaffenden Wunde der "Rothensee" mit Stahlplatten "Pflaster" zu verpassen. Zusätzliche Träger am Schiffsrand sollten dem Frachter wieder Stabilität geben. Außerdem wurden Trennwände im Inneren des Schiffes eingebaut, damit beim geplanten Abtransport der Frachter nicht wieder volllaufen kann.

Insgesamt arbeiteten 25 Männer am Schiff. Neben den sieben Schiffbauern aus Genthin waren zehn niederländische Fachleute sowie Mitabeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Uelzen vor Ort. Es galt, das Ziel zu erreichen, die "Rothensee" aus der Fahrrinne an den Anleger ziehen zu können.

"Am Freitag wird sich ein Schiffbausachverständiger die Arbeiten an der Rothensee anschauen. Außerdem werden noch Taucher den Mittellandkanal untersuchen, um zu schauen, ob noch Teile der Rothensee oder der Ladung im Wasser liegen. Auch muss überprüft werden, ob es Schadstellen an der Sohle des Kanals gibt, damit nicht ein nächstes Güterschiff bei der Durchfahrt beschädigt wird", sagte Kai Römer, Sachbearbeiter beim WSA, am Donnerstagabend. Erst wenn auch die Taucher grünes Licht geben, soll der Abschnitt des Mittellandkanals am Freitag wieder freigegeben werden.

Allmählich drängt auch die Zeit. Rund 50 Güterschiffe warten auf Durchfahrt. Durch die Sperrung des Kanals wird an den Liegestellen in Rühen, Wolfsburg und Fallersleben der Platz knapp. Teilweise liegen dort zwei bis drei Schiffe nebeneinander an.

Die Rothensee versperrt seit Dienstag vergangener Woche die Wasserstraße. Sie war nach einer Kollision mit einem anderen Güterschiff gesunken.

 

Bilder