Die Bergungsarbeiten am Mittellandkanal sind beendet. Die Rothensee tritt ihre letzte Reise zum Verschrotten an, der Mittellandkanal ist am Freitag freigegeben worden. Mehr als 60 Güterschiffe warteten auf die erlösende Nachricht.

Bergfriede l Es ist vollbracht: Eineinhalb Wochen nach dem Schiffsunfall auf dem Mittellandkanal bei Bergfriede ist die Unfallstelle beräumt, das Schiffswrack stabilisiert und aus dem Weg geräumt. Die wichtige Wasserstraße ist nun wieder frei. Darauf haben mehr als 60 Güterschiffe seit Tagen gewartet. Jetzt können sie ihre Fracht weiter an den Bestimmungsort transportieren.

Am Freitagvormittag begutachteten Experten der Zentralen Schiffsuntersuchungskommission die Stabilisierungsarbeiten an dem Frachter Rothensee. Sie trat gestern ihren letzten Weg zunächst nach Haldensleben an. Demnächst geht es weiter nach Papenburg zum Verschrotten.

Am Freitag suchten Taucher die Unglückstelle ab, um vor der Freigabe für die Schifffahrt mögliche Schäden an der Kanalsohle zu erkunden und Fremdkörper von der Havarie zu bergen. Dies war notwendig, damit die über 60 wartenden Binnenschiffe danach gefahrlos an der Unfallstelle vorbei kommen konnten.

"Alle Beteiligten haben ausgezeichnet zusammengearbeitet, nur so war eine so schnelle Bergung nach dieser schweren Havarie möglich", freute sich Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Uelzen.

Die "Rothensee" war bei einem Anlegeversuch mit einem anderen Schiff zusammengestoßen und gesunken. Das 67 Meter lange und 300 Tonnen schwere Schiff hatte 817 Tonnen Eisenbarren geladen und lag in gut viereinhalb Metern Tiefe auf Grund.

Seit Mittwoch dieser Woche liefen die Bergungsarbeiten. Zunächst wurde die Ladung per Bagger geborgen. Dann kam ein niederländisches Bergungsteam mit einem Schwimmkran, um die Rothensee anzuheben. Dabei brach sie weiter auseinander und musste durch Schiffbauer aus der Werft Genthin zusammengeflickt werden.

Gegen den Kapitän des anderen Güterschiffs ermittelt unterdessen die Wasserschutzpolizei Sachsen-Anhalt. Dem Schiffsführer wird vorgeworfen, nicht alles getan zu haben, um die Kollision mit der Rothensee zu verhindern. Die Ermittlungen laufen noch.

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