GroßAmmensleben l Die Ausstellung "Reform vor der Reformation" in der Nikolauskapelle der Groß Ammensleber Klosterkirche St. Peter und Paul stieß auf reges Besucherinteresse. Historisch wertvolle Stücke erzählen aus dem Klosterleben, das sich in Groß Ammensleben nach der Reformation noch gute 250 Jahre erhalten konnte und erst 1804 vom preußischen König aufgelöst wurde.

Ein Herzstück der Ausstellung ist ein Antiphonar, ein liturgisches Buch für das Stundengebet der römisch-katholischen Kirche. Die Noten und Texte dieser Gebete sind akkurat mit der Feder geschrieben, als wären sie von einer Maschine gedruckt worden.

Ein Observationskasten stand ebenfalls im Mittelpunkt der Betrachtungen. "Das ist eine Art Stechuhr der Mönche gewesen", erklärt Evelyn Kasper, "hier haben sie vermerkt, ob sie zum Gebet oder im Garten verweilen. Der Tagesablauf war dadurch streng kontrolliert."

Evelyn Kasper ist Vorsitzende des "Fördervereins historische Klosterkirche Groß Ammensleben an der Straße der Romanik" und hat diese Ausstellung federführend mit vorbereitet, unterstützt von Bettina Behns. Der Observationskasten ist ebenso wie die Skulptur "Christus in der Rast" stark restaurierungsbedürftig. "Der Holzwurm und der Zahn der Zeit nagen kräftig daran", sagt Evelyn Kasper und hofft, dass sich Sponsoren der wertvollen Stücke annehmen.

Die Klosterkirche Groß Ammensleben blickt auf eine rund 900-jährige, sehr wechselvolle Geschichte zurück. Davon erzählte Peter Zülicke, katholischer Pfarrer in Rente, sehr anschaulich.

Die Ausstellung ist einer von zwölf Korrespondenzorten der Ausstellung im Magdeburger Kulturhistorischen Museum. Dort wurde die Schau "Am Vorabend der Reformation" bereits am Mittwoch eröffnet .