Barleben l Mit vier Adlern und drei Habichten jagten Falkner, Jäger und Jagdgenossenschaftler in der Nähe des Technologieparkes Ostfalen das Niederwild. Die Vögel wurden vor allem auf Hasen angesetzt, die aus ihren Sassen gescheucht wurden. "Die Jagd mit den Greifvögeln ist ein freies Spiel der Kräfte zwischen Jäger und Gejagtem", erklärt Oliver Peipe, "clevere, wendige und gesunde Tiere überleben."

Oliver Peipe ist der Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg/Sachsen-Anhalt im Deutschen Falknerorden. Der Orden wurde 1923 gegründet und ist der älteste Falknerverband der Welt. Seit 14 Jahren kommen die Falkner des Landesverbandes einmal im Jahr nach Barleben. "Es ist ein schönes Revier und es gibt genug Niederwild", erklärt Oliver Peipe. Hinzu kommt, dass in dem Gelände zwischen Straße, Gewerbegebiet und Wohnbebauung nicht geschossen werden darf und die Hasenpopulation nur natürliche Feinde fürchten muss.

Während einer Jagd mit Greifvögeln bilden die Männer und Frauen eine breite Menschenkette. Die Adler und Habichte dürfen nicht ausgehungert, müssen aber ein wenig hungrig, "beißlustig" sein. Deshalb trägt so eine Jagd den Namen Beizjagd. Sobald ein Hase oder anderes Niederwild wegrennt, ruft jemand laut "Hase", einer der Greifvögel wird von der Leine gelassen und schwebt hinter der Beute her. "Die Hasen kennen kaum Greifvögel", weiß Oliver Peipe, "und plötzlich müssen sie Strategien entwickeln, wie sie diesen entkommen." Für den Hasen bedeutet das den klassischen Zickzacklauf, dem der gemächlich fliegende Greifvogel nicht schnell genug folgen kann. Sehr oft geht die Jagd für die Hasen gut aus.

Jede Jagd folgt noch immer den Jahrhunderte alten Traditionen. Vor der Jagd spielen die Jagdhornbläser das "Signal zum Sammeln" und "Aufbruch zur Jagd".