Der Heimatverein zieht mit seinem riesigen Fundus um. Weit über 5000 Fundstücke und Exponate, die rund 200 Jahre Geschichte von Barleben belegen, bekommen in einer ehemaligen Werkhalle ein neues Quartier.

Barleben l Die Mitglieder des Heimatvereins haben schwer an der Geschichte von Barleben zu tragen. Seit August wird nämlich der geschichtsträchtige Fundus umquartiert. Rund 5000 Exponate, die knapp 200 Jahre Geschichte belegen, werden künftig in einer großen Halle am Ortsrand neu geordnet und gelagert.

"Hier stehen uns knapp 400 Quadratmeter Stellfläche zur Verfügung", erläutert Heike Hildebrand, Vorsitzende des Heimatvereins, "außerdem haben wir Platz für eine Werkstatt, in der Mitglieder des Vereins auch notfalls kleine Reparaturen vornehmen können."

Der Umzug machte sich erforderlich, weil die Statik des Dachbodens über der Gemeindebibliothek, wo bis dato der riesige Fundus gelagert wurde, stark gefährdet war. Auf dem Dachboden in der Thälmannstraße lagerten von Schulgriffeln aus dem Jahre 1805, über Werkzeuge von Handwerkern bis zum kompletten Wohnzimmer aus der jüngsten Vergangenheit. "Hilfe", so die Vorsitzende, "kam umgehend von der Gemeindeverwaltung, wurde dem Heimatverein großzügig Fläche in einer ehemaligen und sanierten Werkhalle zugewiesen."

Den Umzug aber organisieren die Mitglieder allein. Gestern Vormittag waren erneut sieben Frauen und drei Männer bei der Arbeit anzutreffen. "Bereits seit August kommen wir jede Woche zum ,Möbelrücken` zusammen", erzählt Hennry Hass, der gemeinsam mit Wilfried Dogs für die Logistik verantwortlich ist. "Wir aber haben nicht wenige fleißige Mitglieder, wobei das Gros bereits das Rentenalter erreicht hat, die auch zwei-, dreimal in der Woche mit zupacken."

Heike Hildebrandt rechnet damit, dass der Umzug spätestens im Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein wird. "Wir nehmen uns diese Zeit, auch, um das gesamte Inventar neu aufzulisten und einzelnen Themen zuzuordnen."

Dabei denkt die Vereinsvorsitzende unter anderem an das Handwerk, das in Barleben Mitte des 19. Jahrhunderts seine große Blüte erlebte. "Außerdem können wir beispielsweise mit zahlreichen Exponaten und wertvollen Schriftstücken aufwarten, die die erfolgreiche Geschichte des Barleber Käses bis hin zur letzten Käserei von Werner Riechert belegen."

Der gewaltige Kraftaufwand, den die Mitglieder des Heimatvereins betreiben, zahlt sich auch für die Barleber Bürger aus. "Wenn alles an seinem Platz ist", verspricht Heike Hildebrandt, "wird der Heimatverein zu einem Tag der offenen Tür einladen."