Auf den Friedhöfen in Glindenberg und Farsleben gibt es neuerdings Urnengemeinschaftsanlagen. Die Anlage in Wolmirstedt wird derzeit wieder einmal erweitert.

Wolmirstedt l Glindenberg und Farsleben haben lange auf Urnengemeinschaftsanlagen gewartet. Nun hat der Eigenbetrieb Wirtschaftshof auf den Friedhöfen beider Ortsteile solche Anlagen errichtet. Jede Anlage hat zehn Plätze. In Wolmirstedt gibt es bereits sechs Urnengemeinschaftsanlagen mit je 60 Plätzen. Die siebte wird gerade errichtet.

"Wir sind sehr zufrieden", sagt der Farsleber Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß, "die Anlage ist an der von uns gewünschten Stelle an der Mauer errichtet worden und schön mit Buchsbaum eingefasst." Sie kann bei Bedarf um weitere Felder erweitert werden.

Farsleben wollte schon lange so eine Urnengemeinschaftsanlage haben. "Das war aber erst mit der neuen gemeinsamen Friedhofssatzung möglich", erklärt Rolf Knackmuß.

Farsleben ist erst im Jahr 2009 von Wolmirstedt eingemeindet worden. Im damals geschlossenen Gebietsänderungsvertrag war unter anderem festgeschrieben worden, dass die Farsleber Friedhofssatzung noch für weitere fünf Jahre gültig ist. Gebühren für eine Urnengemeinschaftsanlage waren in dieser alten Satzung jedoch nicht aufgeführt. Das gleiche trifft auf Glindenberg zu. Inzwischen wurde eine einheitliche Satzung für Wolmirstedt und alle vier Ortsteile erarbeitet, die bereits im März vom Stadtrat verabschiedet worden ist. Damit war auch die rechtliche Grundlage für Bestattungen in Urnengemeinschaftsanlagen auf allen Friedhöfen der Stadt gegeben.

Glindenbergs ehemaliger Ortsbürgermeister Alfons Hesse (CDU) hatte für seinen Ortsteil auch schon lange eine solche Anlage gefordert. "Ich bin froh, dass der Wählerauftrag jetzt erfüllt ist", sagt er.

Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Hinterbliebene wählen immer seltener die klassischen Gräber. Das ist zum einen den unterschiedlichen Nutzungsgebühren geschuldet. Pro Jahr werden für ein Reihengrab 450 Euro verlangt, für eine Urnengemeinschaftsgrabstelle 150 Euro. Der zweite Grund für die Abkehr vom Reihengrab ist der Pflegeaufwand. Ein Grab in der Urnengemeinschaftsanlage ist mit einer Platte abgedeckt, das gesamte Gräberfeld mit Steinen und Buchsbäumen eingefasst. Bepflanzungen sind weder möglich noch nötig, Platz für Blumenschalen ist dennoch vorhanden.

Für die Erweiterung der Urnengemeinschaftsanlage in Wolmirstedt um 60 Plätze werden rund 16000 Euro ausgegeben, die Farsleber Anlage hat rund 3000 Euro gekostet und die Glindenberger Anlage rund 3800 Euro.

In Glindenberg waren eigentlich 20 Stellen geplant, doch bei einer Vorortbegehung der Friedhöfe durch die Mitglieder des Eigenbetriebsausschusses haben sich alle Beteiligten auf die Reduzierung um zehn Plätze geeinigt. Die dadurch freigewordenen Gelder sollen für einen Stromanschluss in der Friedhofskapelle in Mose verwendet werden. Dort ist das Abspielen von Musik bisher nur mit batteriebetriebenen Geräten möglich.

Die Mitarbeiter des Eigenbetriebes haben derzeit auf dem Wolmirstedter Friedhof besonders viel zu tun. "Das Laub, die Früchte und das Totholz von den großen Bäumen müssen entfernt werden", sagt Elke Genzel, stellvertretende Eigenbetriebsleiterin, "wenn das erledigt ist, werden die Nebenwege mit Split aufgefüllt." Das ist aber vor dem Volkstrauertag nicht mehr zu schaffen.