Niederndodeleben (car) l Die Heide-Jagdhornbläser aus Burgstall sind bereits Altbekannte in den Kirchen von Niederndodeleben. Schon oft sind die Musiker in der Vorweihnachtszeit einer Einladung der örtlichen Jagdgenossenschaft gefolgt. Doch diesmal war der Auftritt ein ganz besonderer, denn die Bläser gestalteten eine Hubertusmesse in der Stephanuskirche im Oberdorf mit.

"Soweit ich weiß, ist es die erste Hubertusmesse in Niederndodeleben und Schnarsleben", erklärte Pfarrer Peter Herrfurth. Die Resonanz der interessierten Zuhörer war groß. Und angesichts des denkwürdigen Tages - nämlich der 25. Wiederkehr des Datums des Mauerfalls - schlug der Pfarrer so manche Brücke: "Die Hubertusmesse ist ein Fest des Dankes und der Achtung vor den Geschöpfen Gottes. Der 9.November ist für uns auch mit großem Dank verbunden." Der Pfarrer erinnerte an die vor 25 Jahren überwundenen Grenzen, die Trennung, Leid und auch Tod gebracht hatten. "Dafür haben sich Menschen in unserem Land eingesetzt, sie haben Gefahren auf sich genommen, manche haben dafür auch Gesundheit, Karriere und Freiheit riskiert", sagte er und vergaß aber auch nicht die Gefahr, dass Waffen sprechen.

Die, die sich damals für die Veränderung einsetzten, könnten auch mit Hubertus verglichen werden. Er lebte im siebenten Jahrhundert als Pfalzgraf in Paris und zog später als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, bevor er Bischof und Wohltäter wurde. Schon wenige Jahre nach seinem Tod wurde er als Schutzpatron verehrt. Einer Legende nach soll ihm während der Jagd ein stattlicher Hirsch erschienen sein, der ihn daran erinnerte, dass das Leben ein göttliches Geschenk sei. Das soll ihn bewegt haben, fortan jedes Geschöpf zu ehren.

Da am gleichen Tag auch die Friedensdekade begann, schlug Peter Herrfurth zwischen dem Klang der Jagdhörner auch eine Brücke zu den Völkern im Irak, Syrien und anderen Regionen der Welt, die derzeit mit der Gewalt leben müssen.