Die Glindenberger können sich in Sicherheit wiegen. Am Sonnabend wurden die Wehren aus Mose, Wolmirstedt und Glindenberg zu einem Hotelbrand gerufen. Bei einer Übung bewiesen die 27 Kameraden hohe Einsatzbereitschaft und strategisches Verhalten.

Glindenberg l Sonnabend, 8.45Uhr. Glindenberg schläft noch, als die schrillen Töne der Alarmsirene die trügerische Ruhe zerreißen. Bürger schrecken hoch, die Kameraden der Ortsfeuerwehren im Umland dagegen springen auf, stürzen zu ihren Stützpunkten.

Durch die Leitstelle des Landkreises wurde kurz zuvor bei der Freiwilligen Feuerwehr Glindenberg Alarm ausgelöst. Nur wenige Augenblicke später sind bereits die Ersten am Feuerwehrgerätehaus. Während der kurzen Fahrt zur Unglücksstelle - das Hotel im Ort - erfahren die Kameraden, was geschehen ist. Doch spätestens jetzt ist auch dem letzten von ihnen klar: Es handelt sich um keinen Ernstfall, sie sind zu einer Feuerwehrübung ausgerückt.

Das Szenarium wird wie folgt beschrieben: In dem Schwerpunktobjekt der Ortschaft Glindenberg, einem Hotel, soll im Dachgeschoss ein Brand ausgebrochen sein, herrscht starke Rauchentwicklung, werden noch vier Personen in dieser oberen Etage vermutet. Wie sich später zeigt, können die Betroffenen nicht, wie zunächst angedacht, über die angeforderte Drehleiter, sondern über die Treppe in Sicherheit gebracht werden.

"Die Aufgabe dieser recht anspruchsvollen Übung war es, zu überprüfen", erläutert Stadtwehrleiter Dirk Bischoff, "ob die Kameraden unter den gegebenen Bedingungen in der Lage sind, schnellstmöglich den Brand zu bekämpfen, wobei die Priorität stets auf die Rettung von Menschenleben gelegt wird."

Bei der Einsatzübung, so Bischoff, wollte die Stadtwehrleitung neben der Überprüfung der Bereitschaft der Feuerwehrleute erneut das Zusammenwirken der drei Wehren, in diesem Fall aus Mose, Wolmirstedt und Glindenberg, überprüfen.

Während der Stadtwehrleiter kritischer Beobachter ist, leitet der Ortswehrleiter von Glindenberg, Andy Opitz, den Einsatz. In kurzen, präzisen Sätzen erläutert er den Kameraden die Aufgabe: "Im Obergeschoss kam es zu einem Brand, in dessen Folge es zu einer starken Rauchentwicklung kam."

Beim Eintreffen der Wehren - insgesamt sind 27 Kameraden mit vier Fahrzeugen, darunter die Drehleiter, im Einsatz - quillt bereits dicker, dunkler Rauch aus den Fenstern. Selbst für den Außenstehenden zeigt sich, die Feuerwehrleute, die hier am Wochenende ehrenamtlich ihren Dienst tun, verstehen nicht nur ihr Handwerk, sie beherrschen hervorragend die Technik. "Während der Übung kommt es uns aber weniger auf das Tempo an", erläutert der Stadtwehrleiter das Geschehen, "viel wichtiger ist uns, dass die Abläufe von dem Kameraden verinnerlicht werden und im Ernstfall fast automatisch ablaufen."

Nach knapp zwei Stunden ist der Einsatz beendet, der Brand gelöscht, die Verletzten in Sicherheit gebracht. In den verschwitzten Gesichtern der Kameraden, gerade jener, die unter Atemschutzgeräten im Einsatz waren, spiegelt sich trotz der großen Kraftanstrengungen Zufriedenheit wider. Zuspruch gibt es auch seitens des Stadtwehrleiters: "Selbst wenn die gründliche Auswertung noch aussteht, so kann ich den Wehren, die einmal mehr ihren hohen Ausbildungsstand hier in Glindenberg demonstrierten, nur mein persönliches Lob aussprechen. Sie haben volle Einsatzbereitschaft und hervorragendes strategisches Verhalten gezeigt."

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