Haldensleben l Im Mittelpunkt der Herbstsitzung der Synode des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt stand die mittelfristige Struktur- und Stellenplanung des Kirchenkreises. Dazu hatte der Vorsitzende des Strukturausschusses Peter Herrfurth keine guten Nachrichten für die Synodalen.

Bis 2020 werde es teilweise erhebliche Veränderungen im Stellenplan geben, so Herrfurth. Die Vorgaben der Landeskirche würden für den Kirchenkreis bedeuten, das künftig drei weitere Pfarrstellen wegfallen. "Die Reduzierung der Stellen ist sehr schmerzlich und wird mit dem Verlust kirchlicher Arbeit und kirchlicher Identität einhergehen", sagte Herrfurth.

Eine Chance sehe er darin, dass der Kirchenkreis die Stellen im vorgegebenen Rahmen frei verfügen könne. Diese Chance birge naturgemäß aber auch viele Konflikte. "Alle Kirchengemeinden müssen mehr denn je über den eigenen Kirchturm hinaus schauen und ein Verständnis für ihre Region entwickeln", appellierte Herrfurth an die Synodalen. "Es liegt ein langer und schwerer Weg vor uns. Er wird schmerzlich sein und wird nicht von jedem mitgetragen werden. Dennoch müssen wir die Möglichkeiten nutzen, die uns bleiben", sagte Peter Herrfurth abschließend.

Präses Dieter Lomberg sieht in dem anhaltenden Strukturwandel aber auch eine Chance. "Ohne dass sie Lückenbüßer sind, übernehmen zunehmend Gemeindemitglieder Aufgaben in der Kirche. Die aktive Beteiligung steigt. Und das ist etwas sehr Positives", so Lomberg.

Auf der Kreissynode wurde zudem der Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. Fast die Hälfte der 4,6 Millionen Euro sind für Personalkosten vorgesehen. Erfreut zeigten sich alle Synodalen über die Höhe der Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit. 120 000 Euro stehen 2015 dafür zur Verfügung.

Ein weiterer Beschluss der Kreissynode: Jersleben wird auf eigenen Wunsch zum 1. Januar nicht mehr zur Kirchengemeinde Wolmirstedt, sondern zu Barleben gehören.

Anlässlich der zunehmenden Anzahl von Asylbewerbern im Landkreis Börde, rief Superintendent Uwe Jauch abschließend alle Kirchengemeinden dazu auf, sich an einer Willkommenskultur aktiv zu beteiligen. Er wünsche sich Begegnungstreffen und Unterstützung für Flüchtlinge und betonte ausdrücklich: "Keineswegs sollten solche Angebote der Kirche nur für Christen gelten."