Wolmirstedt l "Wir sind ein elitärer und meist auch zurückgezogen arbeitender Club von Männern", sagt Bernd Rothämel. "In unserem Verein streben wir stets nach hohen Idealen wie Rechtschaffenheit, Toleranz und Menschenliebe".

Am Freitagabend trafen sich zwölf "Brüder", um den freimaurerischen Verein "Asträa" in Wolmirstedt zu gründen. Beistand und Hilfe bekamen die Wolmirstedter von Thomas Engel, Nationalgroßmeister der Mutterloge "Zu Den Drei Weltkugeln". Die Wiedergründung wurde einstimmig beschlossen und die "Brüder" Bernd Rothämel, Uwe Kießling sowie Karl Stallknecht in den Vorstand gewählt.

Am 1. Mai 2015 findet dann die feierliche Einsetzung der Loge "Asträa" in Wolmirstedt statt. "Die Wiedergründung der Wolmirstedter Loge ist ein überfälliger Schritt", erläutert Bernd Rothämel, "denn unsere Wurzeln gehen bis auf das Jahr 1821 zurück. Die vorrangige Aufgabe wird es sein, den Schleier des Geheimnisvollen zu lüften und die Loge fest in das Kulturleben der Stadt zu integrieren."

Gegründet wurde die Wolmirstedter Loge "Asträa" (griech. Göttin der Gerechtigkeit) vor 193 Jahren. Sie hielt ihre Versammlungen viele Jahre in Gasthäusern der Stadt ab, bis im Jahre 1914 die Behrsche Villa gekauft wurde, das Haus in der Glindenberger Straße. Dort wurde der Arbeitsraum der Loge, der Tempel, angebaut. Seit dieser Zeit arbeitete die "Asträa" in den schönen Räumen, die heute unter Denkmalschutz stehen.

Zur Zeit des Hitlerfaschismus wurde die Freimaurerei verboten. In Wolmirstedt löste sich die Loge zwangsweise auf. Zu DDR-Zeiten war es die Abteilung Kultur des Rates des Kreises, die hier eine Heimstatt erhielt. So wurde das Haus durch die durchgängige Nutzung nicht zerstört, sondern blieb erhalten. Anfang der 1990er Jahre wurde das Haus zurückübertragen und saniert. Es dient heute der Magdeburger Loge "Ferdinand zur Glückseligkeit" und nun auch der wiedergegründeten Wolmirstedter Loge " Asträa" als Heimstatt.