Barleben l Die "Engagement Drehscheibe" "rotiert" seit einem Jahr erfolgreich in den Gemeinden Barleben, der Hohen Börde, Haldensleben und der Niederen Börde. Für die Verantwortlichen war das Grund genug, mit zahlreichen Vertretern von Vereinen Bilanz zu ziehen und das Projekt mit all seinen Meilensteinen nochmals Revue passieren zu lassen.

Die von Land, Kreis und den beteiligten Gemeinden geförderte Initiative zielte darauf ab, Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens den Rücken zu stärken. "Das Ehrenamt wird immer mehr Bedeutung erlangen müssen, um den Anforderungen der demografischen Entwicklung gewachsen zu sein. Um das gesellschaftliche Leben auch in Zukunft umfänglich aufrecht zu erhalten, ist die weitere Gewinnung von Ehrenamtlichen und deren Fortbildung unverzichtbar", sagte Barlebens Bürgermeister Franz-Ullrich Keindorff.

Unter anderem mit der Ausbildung von insgesamt 25 Lotsen, die als Botschafter für das Ehrenamt fungieren und zahlreiche Aktivitäten ausgelöst haben, sei man damit auf einem guten Weg. Allerdings musste Keindorff auch darauf hinweisen, dass der Landkreis und die Kreisstadt für 2015 keine Möglichkeit der weiteren finanziellen Förderung der "Drehscheibe" sehen. Auch die Unterstützung durch die Gemeinde Barleben und die Niedere Börde sei vakant. Lediglich die Hohe Börde hat dafür Geld in ihren Haushalt eingestellt.

Projektmanagerin Julia Tecklenborg und ihre Mitstreiter gaben sich trotzdem hoffnungsvoll. "Wir haben bereits viel für das Ehrenamt erreicht und hoffen auch heute Abend wertvolle Tipps geben zu können", sagte die Projektmanagerin.

Höhepunkt der Aktivitäten in diesem Jahr sei der 1. Freiwilligentag im September gewesen. Durch Seminare konnten fünf Vereine ihre Homepage einrichten, wurde in Ebendorf das Senioren-Kegeln angeschoben, hat die Vernetzung der Vereine erste Erfolge gebracht. So kann beispielsweise ein Sportverein die Räumlichkeiten einer Gartensparte mit nutzen.

"Ein weiterer Meilenstein ist die Erstellung der Barleber Vereinsbroschüre, die Anfang 2015 herauskommt. Dafür haben wir in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenzentrum einen externen Fördermittelgeber gefunden." Mit diesem Nachschlagwerk sei es möglich, dass sich die Vereine untereinander noch besser kennenlernen und möglicherweise gemeinsame Veranstaltungen planen.

Im Mittelpunkt des Abends aber stand die Finanzierung. Weil die Finanzierung der Vereinsabende immer schwieriger wird, hatten die Organisatoren verschiedene Fördermittelgeber eingeladen. Damit alle Anwesenden Gelegenheit hatten, sich zu informieren und Fragen zu stellen, gab es fünf sogenannte Thementische. An denen nahmen Interessenten dann im Rotationsverfahren jeweils für 20 Minuten Platz. Unter anderem standen Marco Reichel von der Kreissparkasse Börde, Andreas Baumeister, Kultur-Sachbearbeiter im Landkreis Börde, und Verena Redemann von der Koordinierungsstelle Lokaler Aktionsplan (LAP) den Vertretern von Vereinen Rede und Antwort.

So interessierte sich beispielsweise Bernd Bergemann, stellvertretender Vorsitzender der DRK-Ortsgruppe Barleben dafür, welche Möglichkeiten der finanziellen Hilfe es für die Suche nach neuen Räumlichkeiten oder den jährlichen Schwimmtag für Behinderte am Jersleber See gibt.

Auch Vertreter von Sport- und Kulturvereinen holten sich Tipps. Julia Tecklenborg gab den Vereinen mit auf den Weg, für das Internet die Suchmaschine Benefind zu nutzen, bei der jede Aktivität ein wenig Geld in die Vereinskasse bringt. Mit einem Erfahrungsaustausch in gemütlicher Runde klang der informative Abend aus.