Der Verein Mehrgenerationenzentrum übernimmt ab Januar die Trägerschaft für die Begegnungsstätte in Barleben. Unter seinem Dach soll es Angebote für alle Altersklassen geben.

Barleben l Mit dem Beschluss des Gemeinderates vom Montag ist es amtlich: Der Verein Mehrgenerationenzentrum (MGZ) ist ab Januar 2015 der neue Träger der Begegnungsstätte in Barleben. Der Vertrag mit der Volkssolidarität als Betreiber wurde zum Ende dieses Jahres gekündigt. Anders als der bisherige Träger will der Verein MGZ in den Räumlichkeiten im Breiteweg 147 nicht nur Angebote für ältere Bürger bereithalten, sondern die Interessen aller Altersklassen berücksichtigen. In diesem Zusammenhang soll in der Begegnungsstätte ein Mehrgenerationenzentrum entstehen.

Bevor die Gemeinderatsmitglieder am Montag über die Beschlussvorlage abstimmten, stand ein Antrag von Evelyn Brämer (FWG) zur Debatte. Darin forderte sie, die Beschlussvorlage "um verbindliche Festlegungen zur Realisierung des Familienzentrums nach dem Modell der Lokalen Initiative Barleben einschließlich der zielgruppengerechten Ausstattung der Räume zu ergänzen" und die Angebote unter anderem um Tobeclub, Eltern-Kind-Fitness und Entspannungskurse zu erweitern.

"Uns als Liba-Verein ist es wichtig, dass das Konzept der Lokalen Initiative inhaltlich verankert wird", erklärt Evelyn Brämer. Sie ist Vorsitzende des Liba-Vereins "Besser essen. Mehr bewegen", der früher ein Familienzentrum in der Begegnungsstätte betrieben hat. Nach einem Antrag der FWG hatte der Gemeinderat bereits im September beschlossen, im geplanten MGZ wieder ein Familienzentrum nach dem Modell der Lokalen Initiative einzurichten. Der Ergänzungsantrag von Evelyn Brämer wurde am Montag schließlich mit knapper Mehrheit angenommen. Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) äußerte daraufhin, dass er Widerspruch dagegen einlegen werde. "Das verursacht Kosten und ist nicht zulässig", sagte er.

Ob sich tatsächlich der Liba-Verein um die Familienangebote kümmern wird oder der Verein MGZ diese Aufgabe anderweitig regelt, ist noch offen und wäre laut Evelyn Brämer von Liba-Seite aus auch abhängig davon, ob ein Raum zur Verfügung gestellt werden würde, der "zielgruppenorientiert" ausgestattet werden könnte oder eine Möglichkeit zur Lagerung. Ersteres sei nicht realisierbar, betonte Wolfgang Buschner, Vorsitzender des Vereins MGZ auf Volksstimme-Nachfrage. "Es gibt nur zweieinhalb Räume. Wir haben dem Liba-Verein aber angeboten, über das Jahr hinweg ganz kontinuierlich Termine zu vereinbaren. Und wir finden auch irgendwie Lagermöglichkeiten", fügte er hinzu. Jedoch gebe es Zwänge räumlicher und finanzieller Art, denen man sich unterwerfen müsse. "Wir haben explizit gesagt, wir wollen euch die Hand reichen, dann nehmt sie aber auch und fangt nicht an zu fordern. Wir sollten unsere Kräfte bündeln zum Wohle der Bürger der Gemeinde."