Erfahrung zahlt sich aus. Das wurde auch bei der Brieftaubenausstellung der Reisevereinigung Haldensleben in Groß Santersleben deutlich. Langjährige Züchter heimsten die Erfolge ein.

GroßSantersleben l Wenn die Reisevereinigung Haldensleben der Brieftaubenzüchter die Flugsaison abgeschlossen hat, steht immer noch ein Höhepunkt im Jahr an. Es ist eine Ausstellung, bei der es nicht nur auf die Leistung ankommt, sondern auch die Schönheit bewertet wird. Die fand am vergangenen Wochenende im Groß Santersleber Kultursaal statt.

"Unsere Tauben sollen Leistung bringen und dazu möglichst auch noch schön sein", erklärte Willi Hermecke als einer der Züchter, die in der Reisevereinigung Haldensleben organisiert sind. Zwei seiner Tauben, eine männlich und eine weiblich, bekamen von den Preisrichtern in diesem Jahr die besten Bewertungen für die Schönheit und so den Titel "bester Standardvogel" beziehungsweise "bestes Standardweibchen".

So ein Erfolg gelingt nicht immer, baut aber mit Sicherheit auch auf die langen Erfahrungen, die Willi Hermecke mittlerweile in der Brieftaubenzucht gesammelt hat. 50 Jahre ist der Schackensleber inzwischen Mitglied eines Brieftaubenvereins. Ebenso wie Günther Maschke aus Hundisburg. Doch der zollte Willi Hermecke seine Anerkennung: "Dass er zum 50-Jährigen auch noch das beste Weibchen und das beste Männchen der Ausstellung stellt, alle Achtung." Doch auch die Tauben von Günther Maschke schnitten so schlecht nicht ab - in der Ausstellungswertung belegte er den dritten Platz.

Doch bevor sich die insgesamt 148 Brieftauben hier zur Schau stellen durften, mussten sie ihr Können als sogenannte "Rennpferde der Lüfte" unter Beweis stellen. Während der Reisesaison musste jede ausgestellte Taube erst einmal mindestens vier Preise sammeln, wobei pro Flug jeweils ein Drittel der aufgelassenen Tauben preisberechtigt ist. Dazu hatten sie in der vergangenen Flugsaison vom Mitte April bis September reichlich Gelegenheit, wie Willi Hermecke berichtete.

Die Alttiere wurden insgesamt zwölf Mal aufgelassen, insgesamt traten dabei 39023 Tauben die Reise aus südöstlicher Richtung nach Hause an. "Der weiteste Flug für die Alttiere war 600 Kilometer lang", so Willi Hermecke. Außerdem ließen die Brieftaubenfreunde ihre Jungtiere fünf Flüge bewältigen. Insgesamt 10963 Tauben wurden dazu per Lkw ebenfalls in Richtung Südost gefahren, um sich von dort fliegend dem heimischen Schlag zu nähern. Die weiteste Flugstrecke für die Jungtauben war 334 Kilometer lang. "Von den 98 Mitgliedern der Reisevereinigung haben sich 79 Schläge aktiv an den Reisen beteiligt", resümierte Willi Hermecke und zeigte sich allgemein zufrieden. Das galt sowohl für die Flugsaison als auch für die Ausstellung. Die Qualität der ausgestellten Tauben war sehr gut.

Trotz aller positiven Bilanzen lässt sich aber auch bei den Brieftaubenzüchtern in der Region um Haldensleben das Nachwuchsproblem nicht wegdiskutieren. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder geht stetig nach oben. Das jüngste Mitglied ist mittlerweile auch der Jugendklasse entwachsen, so dass im Nachwuchsbereich diesmal kein Züchter besonders geehrt werden konnte.