Andreas Berger bleibt Vorsitzender der Landseniorenvereinigung Wolmirstedt e.V. Das haben die Mitglieder am Mittwoch im Katharinensaal bestätigt. Die Landsenioren können sich außerdem auf ein ereignisreiches Jahr 2015 freuen.

Wolmirstedt l Zu Vokabeln, wie Maisernte, Zuckerrübenkampagne und Milchpreis pflegen die Mitglieder der Landseniorenvereinigung eine besondere Beziehung. Sie alle haben während ihres Berufslebens in der Landwirtschaft gearbeitet. "Ich war für die pflanzliche Planung zuständig", erzählt die 76-jährige Renate Hartmann, "und oft in den LPGs unterwegs." Das sind die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, zu denen sich zu DDR-Zeiten Agrarbetriebe zusammengeschlossen haben. "Als ich Rentnerin wurde", sagt Renate Hartmann, "wollte ich unbedingt zur Landseniorenvereinigung dazu gehören. Ich freue mich auf die Fahrten."

Die Zusammenkünfte und Fahrten bringen Lichtpunkte in den Alltag nach dem Berufsleben. In diesem Jahr haben die Landsenioren unter anderem die Autostadt Wolfsburg und den Wörlitzer Park angeschaut. "408 Teilnehmer haben unsere Veranstaltungen besucht", sagt Andreas Berger, "manchmal haben sich so viele angemeldet, dass nicht alle Interessenten mitkommen konnten."

Andreas Berger ist der alte und neue Vorsitzende der Landseniorenvereinigung. Mit ihm zusammen wurde der Vorstand neu gewählt. In den kommenden drei Jahren werden mit Andreas Berger Marie-Luise Geisendorf, Gerhard Hamann, Karin Jacob, Horst Wischeropp und Johanna Schwenecke die Geschicke der Landseniorenvereinigung leiten.

Den rund 100 Mitgliedern werden auch 2015 sechs Tagesfahrten angeboten, außerdem eine Verkehrsteilnehmerschulung sowie eine Dreitagesfahrt ins "Alte Land" südlich von Hamburg im September. "Dort stehen sieben Millionen Obstbäume, vor allem Apfelbäume", wirbt Andreas Berger für die Region, "und ich hoffe, dass im September schon Früchte reif sind."

Stammgast bei der Landseniorenvereinigung ist Wolfgang Köhler, Geschäftsführer des Bauernverbandes Börde. "Die Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche", sagte er, "und im Landkreis Börde der wichtigste Wirtschaftsfaktor." Hier werden 365000 Rinder und 210000 Schweine gehalten sowie 8100 Schafe, die auch der Landschafts- und Deichpflege dienen. Wolfgang Köhler schätzt das Jahr 2014 als ein Jahr der guten Erträge. Beispielweise wurden 480 Dezitonnen Kartoffeln pro Hektar geerntet. Köhler schränkt aber ein, dass gute Erträge und Qualitäten nicht automatisch zu einem guten Betriebsergebnis führen. Einbrüche bei Erzeugerpreisen, weltweit große Ernten sowie die russische Einfuhrsperre für Agrarerzeugnisse aus der Europäischen Union lassen die Ergebnisse sinken.

Mit Sorge betrachtet Wolfgang Köhler den Flächenfraß rund um Wolmirstedt. "Durch den Bau der A14 und die neue Kalihalde geht der Landwirtschaft Boden verloren", sagt er. Mit der Aufschüttung der neuen Kalihalde soll vorraussichtlich 2019 begonnen werden, teilt Torsten Kowalowka, Pressesprecher des Zielitzer Kaliwerkes mit, sie werde rund 200 Hektar Fläche einnehmen.

Ein weiteres Thema für Landwirte ist die Ausweisung von Polderflächen für Hochwassersituationen. "Hier laufen Verhandlungen mit dem Landesamt für Hochwasserschutz, auch über entsprechende Entschädigungen", informiert Wolfgang Köhler.