Ein Stück Geschichte der Hohen Börde hat Klaus Kagelmann festgehalten. Jüngst erschien sein Buch "Sagen zwischen Beber und Wartberg".

HoheBörde l Zwischen der Beber und dem Wartberg hat Klaus Kagelmann eine neue Fundgrube entdeckt. Der 62-Jährige, der in Magdeburg zu Hause ist, hat nämlich eine Vorliebe für Sagen. Und so ist es ihm gelungen, in den vergangenen Jahren fast 100 Sagen aus den Dörfern der Hohen Börde zusammenzutragen. "Ein großer Teil dieses kulturellen Schatzes war weitgehend verschüttet und vergessen und musste erst wieder geborgen, repariert und neu poliert, sprich neu erzählt, werden", erklärte Klaus Kagelmann, während er sein druckfrisches Buch mit dem Titel "Sagen zwischen Beber und Wartberg" präsentierte.

Ausgehend von seinem Heimatort Magdeburg-Ottersleben hat er sich in der Vergangenheit eine umfangreiche Sammlung von Sagen aufgebaut. Während seiner Arbeit traf er immer wieder auf bodenständige Menschen, für die Begriffe wie Tradition und kulturelles Erbe nicht fremd sind und die ihm so zeigten, dass er auf dem richtigen Weg ist.

Inzwischen ist er auch in vielen Orten des Landkreises Börde fündig geworden. So wie es seine Zeit erlaubt, arbeitet er die Sagen auf, und wenn er die entsprechende Unterstützung findet, werden diese auch publiziert. So hat die Gemeinde Hohe Börde sein jüngstes Werk beispielsweise mit einem Zuschuss in Höhe von 1000 Euro unterstützt.

"Eine Sammlung, die in irgendeinem Schreibtisch schlummert, ist nichts wert", sagte Klaus Kagelmann und weiß aber, das seine Arbeit so etwas wie eine "Rettungsaktion 5 nach 12" ist. Die erzählerischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren würden so manchem Ort ein Gesicht geben und würden uns eintauchen lassen in eine Welt, die viele Generationen zurückliegt. "Unser eigenes Lebensumfeld wird damit ein Stück fassbarer, lebendiger und liebenswerter", fügte Kagelmann hinzu und brachte die örtliche und regionale Identifikation sowie die über Generationen gewachsene Verbundenheit mit den Orten ins Spiel. Gesunder Lokalpatriotismus, so Kagelmann, sei eine Triebfeder bei der Bewahrung und Gestaltung des eigenen Ortes und des ländlichen Raumes gewesen und bis heute geblieben.

Mit seinem Buch möchte der Autor einen Beitrag zur Identifikation in den Dörfern der Gemeinde Hohe Börde leisten. Ihm ist jedoch bewusst, dass der vorliegende Sagenschatz trotz intensiver Recherchen sicher nicht vollständig ist. So ruft er in seinem Buch die Bevölkerung auch zum Mitmachen auf. Wer eine Sage aus den Orten der Hohen Börde kennt, die in dem vorliegenden Buch noch nicht verzeichnet ist, sollte das mitteilen, um den Fundus zu erweitern und bei eventuell weiteren Publikationen berücksichtigen zu können.

Die Sagen der Hohen Börde waren nach denen der Niederen Börde übrigens die zweite Sammlung aus dem Landkreis Börde, die Klaus Kagelmann in einem Buch herausgegeben hat. Nach eigener Aussage beabsichtigt er, zukünftig seine Arbeit auch in anderen Großgemeinden im Landkreis zu intensivieren.

Das Buch "Sagen zwischen Beber und Wartberg" ist über den Buchhandel in der Region erhältlich.