Zwischen den Hausnummern 5 und 4 im Gänseberg in Gutenswegen rinnt unentwegt Wasser hinunter. Vorbeifahrende Lkw spritzen es an eine der Hauswände, bei Frost wird der Weg zur gefährlichen Rutschroute. Die Anwohner wünschen sich eine Drainage, um das Wasser abzuleiten.

Gutenswegen l Ob Sommer oder Winter, Nacht oder Tag - auf dem Straßenabschnitt zwischen den Hausnummern 5 und 4 im Gänseberg in Gutenswegen rinnt unentwegt Quellwasser hinab. Am unteren Ende des Weges haben sich mehrere große Pfützen gebildet. Der schmale Abflussschacht, der die Straße an einer Stelle quert, schafft keine große Abhilfe. Um sein Haus vor der Feuchtigkeit zu schützen, hat Anwohner Peter Menzel vor einigen Jahren selbst einen Bord gebaut. Dieser kann jedoch nicht verhindern, dass vorbeifahrende Lkw das stehende Wasser immer wieder an die Wand seines Eigenheims spritzen. "Der Schacht ist zu klein", sagt der Gutensweger.

Einige Meter den Weg hinauf gluckert das Wasser aus dem Boden. "Wir glauben, dass bei Kanalarbeiten gepfuscht worden ist", sagt Nachbar Rüdiger Fröhlich. Vor vielen Jahren, erklärt er, seien die Häuser an das Abwassernetz angeschlossen worden. "Ich habe mit älteren Bürgern gesprochen. Die sagen, vorher lief das Wasser auf der anderen Seite des Weges entlang", ergänzt Peter Menzel. Dort befinden sich keine bebauten Grundstücke.

Bei Minusgraden, sagen die beiden Männer, würden die Probleme erst richtig anfangen. "Im Winter kann man hier gar nicht mehr laufen", erklärt Peter Menzel. Der ständig neu überfrierende Weg berge dann eine große Rutschgefahr. Als Nebenstraße wird der Gänseberg von der Gemeinde auch nicht von Schnee und Eis befreit. Nachbar Rüdiger Fröhlich wohnt in der Hausnummer 5, kurz oberhalb der Quelle, aus der das Wasser emporsteigt. "Ich habe keine Probleme mit Feuchtigkeit am Haus", sagt er, "aber im Winter bildet sich eine Eisschicht und ich habe Probleme, mit dem Auto hochzufahren und auf meinen Parkplatz zu kommen". Auch Postzusteller, fügt er hinzu, haben dann Probleme, der spiegelglatten Steigung Herr zu werden.

In der Hoffnung, das Problem mit dem Rinnsal endlich zu beseitigen, haben die Anwohner bereits mehrfach bei der Gemeindeverwaltung vorgesprochen, sagt Peter Menzel. Passiert sei bisher allerdings nichts. "Wir kennen das Problem", bestätigte Bauamtsleiter Reinhard Schimka auf Volksstimme-Nachfrage. Der Gemeinde seien aber die Hände gebunden.

"Das Schichten- und Quellwasser drückt nach außen. Man müsste die komplette Straße neu bauen", sagt der Bauamtsleiter. Dafür sei kein Geld vorhanden. Auch auf Fördermittel bestehe keine Hoffnung. Der kleine Weg ist nicht Bestandteil der Liste mit Maßnahmen, für die Förderbedarf angemeldet werden soll. "Ich habe keine Lösung ohne Geld", sagt Reinhard Schimka. "Wir könnten höchstens prüfen, ob man mit einer Drainageleitung Abhilfe schaffen könnte."

Genau das sei auch der Wunsch der beiden Anwohner. "Es muss ja nicht gleich die ganze Straße neu gebaut werden. Man könnte ja abschnittsweise vorgehen und eine Drainage legen", sagt Rüdiger Fröhlich. Ob sich die Situation dadurch wirklich bessern würde, sagt der Bauamtschef, könne er nicht garantieren. Bis geklärt ist, ob eine Drainage gebaut werden kann, bahnt sich das Rinnsal im Gänseberg wohl weiter seinen Weg zwischen den Pflastersteinen entlang.