Wolmirstedt l Mit Befremden hat Stadtrat Kurt Prilloff (CDU) die Nachricht vom Ende der Seniorenarbeit auf Webers Hof zur Kenntnis genommen. "Ich bin erschüttert", sagt der Finanzausschussvorsitzende über die harsche Reaktion des Vereinsvorstandes. Der hatte am Freitagabend beschlossen, die Seniorenarbeit auf Webers Hof zum 1. Januar einzustellen, weil noch kein neuer Vertrag zwischen Verein und Stadt über die Finanzierung der Vereinsarbeit für 2015 geschlossen worden ist.

Kurt Prilloff versteht nicht, warum sich der Vorstand von Webers Hof gegen die Vertragsentwürfe der Stadt sperrt. Er habe selbst lange zusammen mit Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) und Christina Laqua (SPD), der Vorsitzenden des Kultur- und Sozialausschusses zusammengesessen und darüber beraten, wie Webers Hof künftig unterstützt werden kann.

"Wir haben dem Verein 4000 Euro angeboten", sagt Prilloff, "wenn mehr Geld benötigt wird, hätte der Vorstand einen Antrag stellen können. Der wäre durch die Ausschüsse und den Stadtrat gegangen und wahrscheinlich hätte sich niemand dagegen gesperrt, Webers Hof noch stärker zu unterstützen."

Die von der Stadt gebotenen 4000 Euro sind 600 Euro mehr, als dem Verein im Jahr 2014 für Senioren- und Kulturarbeit zur Verfügung gestanden haben. Der hatte zwar insgesamt 8100 Euro bekommen, davon waren aber 4700 Euro auf die Jugendarbeit entfallen. Die war von Webers Hof nur noch zu einem Bruchteil geleistet worden und wird künftig vom DRK im Jugendtreff am Sportplatz übernommen. Deshalb gehen auch die 4700 Euro ab Januar 2015 an das DRK. Damit bleiben von den 8100Euro streng genommen nur 3400Euro für Senioren- und Kulturarbeit der Weberaner übrig.

Harsche Kritik übt Kurt Prilloff außerdem am Miteinander bei der Vertragsgestaltung. Die Stadt hatte Verträge vorgelegt. Webers Vereinsvorsitzender Klaus Mewes hatte jedoch Änderungen hineinformuliert. Manche hat die Stadt übernommen, andere nicht. Das Diktieren von Vertragsinhalten stößt Kurt Prilloff sauer auf. "Es kann doch nicht sein, dass der Geldnehmer dem Geldgeber vorschreibt, wie der Vertrag auszusehen hat", ärgert sich der Finanzausschussvorsitzende.

Im von der Stadt vorgelegten Vertrag war nicht mehr differenziert worden, wofür die Mittel verwendet werden sollen. Die 4000 Euro könnte der Kulturverein Webers Hof nach eigenem Ermessen anteilig auf die Kultur-, Senioren- oder Kinderprojektarbeit aufteilen. "Damit hätte der Verein einen größeren Spielraum als bisher", sagt Kurt Prilloff.

Der Vorstand von Webers Hof fordert von der Stadt eine weitaus größere Summe, nämlich 8900 Euro. Das sind 800 Euro mehr als 2014, als noch die Mittel für die Jugendarbeit integriert waren. Vereinsvorsitzender Klaus Mewes begründet das vor allem mit den gestiegenen Kosten für die Seniorenarbeit. Es kommen wesentlich mehr Menschen zum Treff, als es im Zeitraum der Vertragsgestaltung 2008 waren. Da der Raum inzwischen auch größer ist, fallen mehr Miet- und Nebenkosten an.

Die Veranstaltungen des Seniorentreffs auf Webers Hof besuchen regelmäßig 30 bis 40 Männer und Frauen. Bei Weihnachts- oder Faschingsfeiern sind es weit über 50 Besucher. Die Arbeit wird von Marita Knackmuß und ihrem Team mit viel Herzblut geleistet.