Besonders individuelle Weihnachtsgeschenke wird die Ackendorferin Katrin Petzold heute unter den Tannenbaum legen. Vor ein paar Monaten hat sie das Häkeln für sich entdeckt.

Ackendorf l Wenn jemand sagt, Häkeln sei nur etwas für Omas, kann die 32-jährige Katrin Petzold aus Ackendorf nur lachen. Seitdem sie im Februar dieses Jahres das Handarbeiten für sich entdeckt hat, nutzt die Mutter einer fünfjährigen Tochter jede freie Minute fürs Häkeln.

Ein Großteil der Geschenke, die sie in diesem Jahr unter die Weihnachtsbäume der großen Familie legen wird, sind dementsprechend Unikate. In den vergangenen Monaten hat sie sich auf Kuscheltiere in verschiedenen Formen spezialisiert. Amigurumi nennt sie der Häkelkenner. Neben Eulen und Engeln ist auch eine Feuerwehrdrehleiter dabei. "Als ich von dieser das erste Modell gehäkelt habe und es im Internet gezeigt habe, war die Resonanz riesig. Über 300 Leute haben angefragt, ob sie die Anleitung haben können", erzählt die Ackendorferin, die im Laufe der letzten zehn Monate etwa 60 verschiedene Dinge, zumeist Figuren, gehäkelt hat. Einiges davon war auch für die Weihnachtstombola im Kindergarten gedacht.

"Ich wünschte, meine Oma könnte das noch sehen. Sie hat mir früher das Häkeln mal gezeigt, aber das ist mindestens 20 Jahre her", erinnert sich Katrin Petzold zurück.

An ihrem zweiten Anlauf im Häkeln hat nun ihre Mutter Schuld. Als sie eine Mütze häkelte, wollte Katrin Petzold nicht einfach nur zuschauen, sondern sich auch selbst ausprobieren.

Es funktionierte und es dauerte nicht lange, bis Tochter Surina den Wunsch äußerte, dass ihre Puppe ein neues Kleid bekommen sollte. Dem folgten dann Kuscheltiere in Form von einer Eule und eine Minnie Maus. Anleitungen fand sie im Internet, aber bei der Maus ging es auch ohne Vorlage einfach mit Fantasie. Für ihren selbst entworfenen Osterhasen hat Katrin Petzold selbst eine Häkelschrift angefertigt, damit andere, die das gleiche Hobby haben, auch solches Häschen häkeln können. Der eigene Mann bekam zur Fußball-Weltmeisterschaft Unterstützung von einer gehäkelten Deutschland-Eule und zum Spielzeug der Tochter gehört ein gehäkelter Wohnwagen mit Inneneinrichtung, ebenfalls gehäkelt.

"Für mich ist das der abendliche Ausgleich zum Alltag geworden und manchmal häkele ich auch mit meiner Mama um die Wette", erklärt Katrin Petzold. An Ideen mangelt es nicht und so wird die Häkelei mit Sicherheit auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Nicht nur Surinas Wohnwagen braucht noch ein Gefährt, das ihn zieht - auch die Verwandtschaft hat immer wieder Wünsche nach individuellen Geschenken. "Manchmal hätte ich gern noch fünf Hände mehr", sagt Katrin Petzold.