Wellen/Hamburg l Die 17-jährige Lea Stürmer aus Wellen hat es in die Ferne gezogen. Im August hat sie in Hamburg fern der Heimat einen Neustart gewagt, als sie im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie eine Ausbildung zur Fachinformatikerin begann.

Ihr Interesse an der Informatik entdeckte sie bereits, als sie in Niederndodeleben zur Schule ging. Zu Hause vervollkommnete sie ihr Wissen aus dem Informatikunterricht und wagte sich auch daran, einiges am Computer selbst zu programmieren. "Meine Eltern meinten immer, ich sei computersüchtig, dabei habe ich nicht nur gezockt", erinnert sie sich und weiß auch, dass selbst beim Spielen, das die Jugend als Zocken bezeichnet, ein Lerneffekt vorhanden ist. "Dabei kann man gut Englisch lernen, sofern man auf Englisch spielt."

Ihr inzwischen erworbenes Fachwissen führte sogar dazu, dass sie ihren Mitschülern voraus war und manchmal auch Spezialaufgaben im Unterricht abarbeiten durfte. So entwarf Lea Stürmer beispielsweise auch ein Logo für eine Internetseite. Mittig platzierte sie das Logo der Niederndodeleber Wartberg-Sekundarschule, um das sie die Wappen aller Ortschaften der Einheitsgemeinde Hohe Börde tanzen ließ. Hintergrund ist, dass aus der gesamten Großgemeinde Schüler die Wartberg-Schule in Niederndodeleben besuchen. Doch die Wappen rotieren nicht nur. Werden sie angeklickt, so wird der Computernutzer gleich mit der Internetseite der Gemeinde Hohe Börde verlinkt, um Wissenswertes zu jedem einzelnen Ort zu erfahren. "Das Logo passt sich jeder Auflösung an", erklärt die angehende Fachinformatikerin eine Finesse. Das Schwierige bei der Erarbeitung sei für sie gewesen, dass sie das Programm, mit dem sie das Logo erstellt hat, erst einmal kennenlernen musste, weil sie zuvor damit noch nicht programmiert hatte.

Inzwischen scheint ihre Arbeit aber scheinbar in Vergessenheit geraten zu sein, denn das Logo ist noch nicht zur Anwendung gekommen. Auf Nachfrage in der Schule bekam Lea Stürmer die Auskunft, dass die Vorlage in der Gemeindeverwaltung liegen und auf Genehmigung zur Verwendung warten soll.

In diesen Tagen schickte Lea Stürmer ganz besondere Grüße aus Hamburg an ihre ehemalige Schule. Mit Unterstützung ihres Arbeitgeber stattete sie die Schule mit zehn Computern inklusive Bildschirmen, Tastaturen und Mäusen aus. Den Transport von Norddeutschland in die Börde realisierte Leas Vater René Stürmer. "Die Gemeinde hat uns den Transporter anstandslos zur Verfügung gestellt", richtet er seinen Dank an die Gemeindeverwaltung. Und Lea Stürmer hofft, mit der Spende auch etwas für die Zukunft der Schüler an der Wartberg-Schule getan zu haben. "Vielleicht haben bei besseren Lernbedingungen dann auch mehr Schüler Interesse, einen ähnlichen Beruf wie ich zu erlernen", sagt sie.