Hermsdorf l Kleine Baumeister müssen beim Nistkastenbau enorme Fingerfertigkeit beweisen. Diese Erfahrung machten acht Schüler der Hermsdorfer Börde-Grundschule bei ihrem jüngsten Treff im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft "Natur erleben", die im Hort der Schule durchgeführt.

Der Niederndodeleber Rolf Zimmermann, der beim NABU in Barleben einen Bundesfreiwilligendienst leistet, leitet diese Arbeitsgemeinschaft seit Mai des vergangenen Jahres. "Wir treffen uns wöchentlich, außer in den Ferien", erklärte er und freute sich, dass er so bei elf Kindern das Interesse für die Natur wecken konnte. Ausflüge in die Natur, beispielsweise zu den sogenannten Fosselökers, was übersetzt soviel bedeutet wie Fuchslöcher, gehörten auch zum Jahresprogramm. Damals, so erinnert sich der AG-Leiter, haben einige der Kinder gleich mehrere Feldsteine mit nach Hause geschleppt.

Doch beim Nistkastenbau kam es weniger auf Stärke an, wie Rolf Zimmermann auch beim Beobachten seiner Schützlinge feststellen konnte. Um erst einmal ein Gefühl für die "Architektur" der Vogeldomizile zu bekommen, sollten die Sieben- bis Zehnjährigen zunächst die Teile ohne Verwendung von Hammer und Nägeln zusammenfügen. Beim anschließenden Zusammennageln hätten sich manche Kinder wohl noch ein paar Arme und Hände mehr gewünscht, da sie gleichzeitig die Bretter und die Nägel halten und den Hammer schwingen mussten. Auch den Nagel gerade und senkrecht einzuschlagen, erwies sich als gar nicht so einfach. "Es kommt darauf an, dass einigermaßen genau gearbeitet wird, sonst passen die letzten Brettchen wie Boden und Vorderteil nicht mehr zusammen", riet Rolf Zimmermann den Kindern stetig, sprang ihnen aber auch zur Seite, wenn sie um Hilfe riefen. Das Nacharbeiten war bei den meisten der Kinder unumgänglich. Doch selbst wenn der eine oder andere Nistkasten letztlich an den Künstler Friedensreich Hundertwasser erinnerte, war der Stolz den kleinen Baumeistern anzumerken.

In diesem Jahr soll die Arbeitsgemeinschaft nach Willen von Rolf Zimmermann fortgesetzt werden.