Opfern von Gewalt zu helfen - das steht beim Weißen Ring auch im neuen Jahr ganz oben auf der Agenda. Zudem hat der Verein Präventionsveranstaltungen geplant - auch in Barleber Schulen.

Barleben l Wenn Menschen Opfer von Kriminalität oder Gewalt werden, können sie sich an den Weißen Ring wenden. Die Helfer des gemeinnützigen Vereins vermitteln Rechtsanwälte, begleiten Menschen zu Gerichtsverhandlungen, hören ihnen zu und unterstützen sie finanziell. Die Opferhilfe soll auch im neuen Jahr groß geschrieben werden. Zusätzlich wollen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter 2015 verstärkt der Präventionsarbeit widmen, informierte Dieter Montag, Leiter der Außenstelle Bördekreis des Weißen Rings mit Sitz in Barleben.

"Wir wollen Vorträge an Schulen halten, in denen wir über die Gefahr von Drogen aufklären. Oft hat das auch mit Gewalt zu tun", erklärt Dieter Montag und weist auf die oft folgende Beschaffungskriminalität hin. Auch das Thema Internetkriminalität soll bei den Projekttagen angesprochen werden. "Der Weiße Ring hat einen Film erstellt, in dem drei Zwölfjährige zu sehen sind, die vermeintlich E-Mails von Bastian Schwinsteiger bekommen. Dahinter steckt jedoch ein Krimineller. Wir erklären den Schülern dann, was falsch gelaufen ist", erläutert der Außenstellenleiter. Die Kinder hätten ihm nach gar nicht erst auf die Mails reagieren sollen und die Eltern wiederum ihre Sprösslinge nicht unbeaufsichtigt im Internet surfen lassen dürfen, fügt er hinzu. Der Präventionstag ist auch an der Gemeindegrundschule sowie der Ganztagsschule in Barleben geplant.

Der Weiße Ring ist zudem auf Sportveranstaltungen präsent, in der Einheitsgemeinde das nächste Mal beim Kinder- und Jugendhandballturnier am heutigen Sonnabend. "Sport ist ein gutes Mittel gegen Gewalt. Es sollen sich alle in fairem Wettkampf messen und nicht auf der Straße mit Fäusten. Auch viele Kinder, die als `hyperaktiv` hingestellt werden, werden durch Sport ruhiger", sagt Dieter Montag.

Im vergangenen Jahr zeigten die Helfer unter anderem an der Barleber Grundschule ihre Sonderausstellung "Tatort Märchenwald", bei der sie mithilfe von Puppen über Gefahren im Alltag aufklären. "Für dieses Jahr hat bisher keine Schule Interesse angemeldet."

Im Jahr 2014 hat der Weiße Ring laut Dieter Montag kreisweit insgesamt 41 Opferfälle bearbeitet, den letzten an Heiligabend. "An dem Tag haben wir einer Bulgarin mit einem Flugticket geholfen, wieder in die Heimat zu kommen. Die Frau wurde unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann zur Prostitution gezwungen", erklärt Dieter Montag. Der Verein finanziert sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erbschaften.

Weitere Informationen im Internet unter www.weisser-ring.de, Spendenkonto: Deutsche Bank Mainz, IBAN: DE26550700400034343400.