Die Opferhilfe "Weißer Ring" hat auf ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz ihrer Arbeit im vergangenen Jahr gezogen. Im Landkreis Börde wurden deutlich mehr Opfer von Kriminalität betreut als noch im Vorjahr.

Landkreis Börde (by) l Die Mitarbeiter des Weißen Rings waren in 2014 mehr gefordert als noch im Jahr davor, wie Dieter Montag, Außenstellenleiter des Landkreises Börde und Stellvertreter des Landesvorsitzenden des Weißen Rings, mitteilte. Im vergangenen Jahr wurden demnach ein Drittel mehr Opferfälle bearbeitet als noch im Jahr 2013.

Laut Dieter Montag half der Weiße Ring mit Beratungsschecks für Rechtsanwälte, Psychologen und gerichtsmedizinischen Untersuchungen. Mehr als 32000 Euro wurden 2014 für die Opferhilfe ausgegeben. "Dreimal unterstützten wir Hilfesuchende bei der Wohnungssuche und den Umzügen - sowohl materiell als auch finanziell. Wir halfen dabei auch Opfern, die zwangsverheiratet werden sollten, die von Männern zur Prostitution gezwungen wurden und unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt wurden", berichtete Montag auf der Jahresversammlung des Vereins in Haldensleben. Er bedauerte sehr, dass auch wieder Kinder unter den Opfern waren. Mitarbeiterinnen hätten zudem zwei Betroffene zu Gerichtsverhandlungen begleitet und diesen auch menschlich zur Seite gestanden.

Auch an Schulen war der Weiße Ring im vergangenen Jahr aktiv. So hielten die Mitarbeiter Vorträge zu den Themen Mobbing und Cyber- mobbing. Ebenfalls unterstützte der gemeinnützige Verein Veranstaltungen des Kreissportbundes wie "Kinder stark machen" oder den Aktionstag "Sport gegen Gewalt und Drogen".

Von den sieben Mitarbeitern nahmen vier an Seminaren des Weißen Rings teil, um ihre ehrenamtliche Arbeit noch qualifizierter weiterführen zu können. "Leider wurden wir 2014 aber auch zur Betreuung von Hinterbliebenen nach einen Mordfall gerufen. Das ist auch für uns immer sehr hart", so Dieter Montag.

Auch wenn solche Fälle eher die Ausnahme darstellen würden, seien gerade bei solchen Schicksalsschlägen besondere Kompetenzen der Mitarbeiter gefordert, um die Hinterbliebenen zu unterstützen.

Zur Jahresabschlussberatung des Weißen Rings kamen auch der Leiter des Polizeireviers Börde, Jörg Gebur, sowie seine Mitarbeiterin Anja Ristock. Besprochen wurde die weitere Zusammenarbeit mit der Polizei in ihren neuen Strukturen. "Diesen neuen Strukturen sehen wir als Weißer Ring sehr positiv entgegen", sagte Montag. Gemeinsam wurden weitere Projekte für dieses Jahr in Schulen, im Sport und für die Betreuung von Opfern besprochen.

"Als Weißer Ring möchten wir es aber nicht versäumen, uns bei denen zu bedanken, die uns unterstützen mit Spenden. Auch bei denen, die Möbel sowie technische Geräte für die Opfer zur Verfügung gestellt haben, möchten wir uns bedanken. Ohne diese Hilfsbereitschaft könnten wir nicht so erfolgreich sein", sagte der Außenstellenleiter des Landkreises abschließend.

Der Weiße Ring ist ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten. Er finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Nachlässe sowie Zuweisungen von Geldbußen und nimmt keine öffentlichen Zuschüsse in Anspruch.

Weitere Infos im Internet: www.weisser-ring.de.