Zum Jahresbeginn erzählen die Ortsbürgermeister, was das Leben in ihren Ortschaften ausmacht. Gudrun Billowie fragte Gerhild Schmidt, was Glindenberg Besonderes zu bieten hat.

Frau Schmidt, worüber haben Sie sich im vergangenen Jahr besonders gefreut?

Oh... besonders gefreut habe ich mich über meine Wahl zur Ortsbürgermeisterin, darüber, dass alle hinter mir stehen und über die Eröffnung der neuen Kita. Das erfreulichste Ereignis für den Ort ist allerdings, dass der Deichbau begonnen hat und wir dadurch vor Hochwasser geschützt werden.

Sie arbeiten als Lehrerin und üben das Amt der Ortsbürgermeisterin nach Feierabend aus. Lässt sich beides miteinander vereinbaren?

Ich bin im vergangenen Jahr 60 Jahre alt geworden und nur noch bis Juli berufstätig. Dann habe ich mehr Zeit und außerdem eine Aufgabe in der Phase nach der Berufstätigkeit.

Aber auch jetzt bin ich schon für die Bürger da. Auch für diejenigen, die kein konkretes Anliegen haben, sondern nur einmal über das reden wollen, was ihnen am Herzen liegt.

Allerdings strukturiere ich seit Januar die Arbeit anders. Jeden zweiten Montag des Monats biete ich eine Sprechstunde an. Die Bürger finden mich in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr im Vereinsraum der Sportler.

Diese Sprechstunde möchte ich neben der Arbeit mit einzelnen Bürgern auch dazu nutzen, um mit Vereinsvertretern zusammenzukommen, Termine abzusprechen und Veranstaltungen vorzubereiten.

Wie läuft`s mit dem Vereinsleben in Glindenberg?

Das Vereinsleben funktioniert in Glindenberg gut. Unsere Höhepunkte sind das Erntedankfest und das Adventsfest. Der "Kopf" dieser Feste und deren Vorbereitungen ist Helga Schulze. Sie und ihr Team brauchen nur wenige Vorbereitungstreffen. Wenn ich nach dem Stand der Dinge frage, heißt es immer, mach dir keine Sorgen, alles läuft.

Besonders aktiv erlebe ich auch unsere Ortsfeuerwehr und den Feuerwehrförderverein. Die Zusammenarbeit ist sehr gut, die Feuerwehr hat keine Nachwuchssorgen und die Partnerschaft mit der Feuerwehr Philippsthal lebt.

Ein angenehmes Arbeiten als Ortsbürgermeisterin...

Dieses Miteinander war für mich die Grundvorraussetzung, um als Ortsbürgermeisterin anzutreten. Das bezieht sich auch auf andere Bereiche. Als ich gerade zwei Tage im Amt war, ging die Pumpe auf dem Friedhof kaputt. Das hat für Ärger gesorgt, aber die Mitarbeiter des Eigenbetriebes haben sofort reagiert. Auch, wenn die Reparatur letztlich länger gedauert hat.

Es gab Bestrebungen, unter der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes einen Jugendclub zu etablieren. Sind die Pläne noch aktuell?

Seit dem ersten gemeinsamen Treffen haben sich die Jugendlichen nicht mehr geäußert. Wir lassen sie Angelegenheit erst einmal ruhen.

Wenn Sie einen Blick in das Jahr 2015 werfen, was wird dort wichtig sein?

Wichtig wird vor allem, dass kein Hochwasser kommt. Und dass wir alle gesund bleiben. Ich hoffe außerdem, dass die Zusammenarbeit mit den Vereinen weiter so funktioniert, der Kontakt zu den Einwohnern intensiv bleibt und die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister weiterhin so gut klappt.

Für 2016 hoffen wir, dass der Hauptweg des Friedhofes nach hinten erweitert wird. Die Urnengemeinschaftsanlage ist ja bereits 2014 entstanden.

Auf der großen Wunschliste steht aber auch, dass wir den Komplex der ehemaligen Kindertagesstätte umbauen. Ohne Fördermittel ist das jedoch nicht möglich. Zuerst muss das Problem der Feuchtigkeit gelöst werden, dann bietet das Gebäude viele Möglichkeiten.

Da gibt es ja schon ausgereifte Pläne...

Uns schwebt ein Mini-Mehrgenerationenhaus vor. Wir wollen einen Raum für die Senioren schaffen und einen für die Jugend. Außerdem soll dort eine Gemeindeschwester Platz finden und auch ein Büro für den Ortsbürgermeister.

Gefällt den Senioren ihr bisheriger Treffpunkt im Sportlerheim nicht?

Doch, und die Gruppe wird auch sehr intensiv vom Team um Siegrun Höhne und Sabine Jacob betreut. Aber um in den Raum zu gelangen, müssen die Senioren Treppen steigen. Ich denke, wenn der Raum ebenerdig liegt, werden noch mehr dazukommen. Das wäre sehr schön, weil ohne Senioren gar nichts läuft. Sie halten das Dorfleben zusammen, bringen Kinder und Enkelkinder mit.