Das Wolmirstedter Tierheim in der Angerstraße hat eine neue Leiterin. Heike Scheffler wurde vom Tierschutzverein fest angestellt und kümmert sich fortan um Mitarbeiter und Tiere.

Wolmirstedt l Für den Wolmirstedter Tierschutzverein ist es eine Premiere. Zum ersten Mal in der 21-jährigen Geschichte des Wolmirstedter Tierheims gibt es eine fest angestellte Leiterin. Damit möchte der Tierschutzverein die Arbeit im Tierheim kontinuierlich gestalten.

"Es hat sich herausgestellt, dass sich ein Tierheim auf die Dauer nicht mit ehrenamtlich Arbeitenden leiten lässt", sagt Andreas Tschiche, Vorsitzender des Wolmirstedter Tierschutzvereins, "auch die anderen Konstrukte, wie Mini-Jobs oder Bundesfreiwilligendienst haben sich an dieser Stelle nicht bewährt." Schließlich müsse ein Tierheim wie ein kleines Unternehmen geführt werden und hauptamtlich angestellte Mitarbeiter können ganz anders in die Pflicht genommen werden, als Ehrenamtliche.

Der Tierschutzverein als Träger des Tierheims finanziert diese Stelle aus seinem Etat. Der ist nicht unerschöpflich. "Mittelfristig müssen wir über eine Preisgestaltung unserer Leistungen reden", sagt Andreas Tschiche, "wir müssen mit der Kommune verhandeln oder über die Gebührenerhöhung für Pensionstiere nachdenken."

Heike Scheffler hat den Beruf der Zootierpflegerin gelernt und lange im Tierpark in Calbe/Saale gearbeitet. "Als ich von der Ausschreibung des Wolmirstedter Tierschutzvereins erfuhr, habe ich mich beworben", sagt die 35-Jährige, die bei Irxleben zu Hause ist und sich nun über einen kürzeren Weg zur Arbeit freut. Unter ihrer Führung soll sich Organisation im Tierheim nicht wesentlich ändern. Darin stimmt sie mit Andreas Tschiche überein. "Was sich bewährt hat, soll bleiben." Wichtig sei die verlässliche Präsenz vor Ort. Die will Heike Scheffler gewährleisten und sieht sich dabei nicht allein. "Karin Schulz ist meine Stellvertreterin und wir arbeiten eng zusammen", betont Heike Scheffler.

Besonders wichtig ist Andreas Tschiche die Verwaltungsarbeit. Hier sieht er den größten Vorteil einer festangestellten qualifizierten Tierheimleiterin. "Wir müssen den Verwaltungsablauf optimieren", sagt er, "und außerdem haben unter anderem ja auch das Finanzamt und das Veterinäramt ein Auge auf unsere Arbeit. Da muss alles stimmen."

In der Verwaltungsarbeit sieht auch Heike Scheffler einen Schwerpunkt ihres tagtäglichen Werkes. Im Tierheim stehen zwar die Tiere im Mittelpunkt, aber die werden von mehreren Mitarbeitern betreut. Drei absolvieren dort gerade ein Freiwilliges ökologisches Jahr, vier weitere Mitstreiter arbeiten dort im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Auch freiwillige Helfer bringen sich ein.

Das klingt viel, aber die Arbeit im Tierheim läuft rund um die Uhr. Zurzeit werden 15 Hunde und 58 Katzen betreut. Jederzeit können neue Tiere aufgefunden werden und dazukommen. Die Koordination der Arbeiten gehört zu den Aufgaben Heike Schefflers. "Ich muss jetzt viel mehr mit Menschen arbeiten als vorher", sagt sie. Das sei nicht nur der Arbeit mit den Mitarbeitern geschuldet, sondern auch der Vermittlungstätigkeit, die zu den Hauptaufgaben des Tierheims gehört.

Das sei einer der größten Unterschiede zu ihrer vorherigen Arbeit im Tierpark, der sogar ein Braunbären beherbergte. "Dort haben wir immer dieselben Tiere betreut", sagt Heike Scheffler, "wir kannten die meisten ihr ganzes Leben lang und haben Veränderungen an ihnen sofort bemerkt. Hier im Tierheim wechseln die Tiere. Es kommen Hunde, die schwierig sind, es werden kranke Tiere gebracht, wir sehen viel Leid. Emotional ist die Arbeit im Tierheim auf jeden Fall stressiger. Aber körperlich ist es leichter und ich muss nicht mehr ausmisten."